Werdegang

Welwitschia – Bildungsinitiative für Namibia wurde im Jahr 2012 von jungen, engagierten Deutschen gegründet, die zuvor im Rahmen des weltwärts-Programmes ein Jahr in Namibia gelebt und gearbeitet haben. Ziel und Motivation war von Beginn an, einen Beitrag zur Verbesserung der Bildungssituation in Namibia zu leisten. Während des einjährigen Engagements in Namibia haben wir miterlebt, wo strukturelle Mängel im namibischen Bildungssystem existieren und wie in diesem Zusammenhang die Potentiale einer Initiative wie Welwitschia entfaltet werden können.

Nach Abschluss unseres ersten Projektes, die Vergabe von 10 NAMCOL-Stipendien an Schüler eines Partnerprojektes in Okahandja, mussten wir die Erfolgslosigkeit des Projektes feststellen. Jedoch wurden wichtige Erkenntnisse aus der Misere gezogen. Viele StipendiatInnen brachten nicht die erforderliche Motivation zum Bestehen von NAMCOL mit. Wir evaluierten die Ursache davon und fanden heraus, dass viele SchülerInnen nicht wissen, was sie nach der Schule machen wollen oder wie sie es erreichen können. Grund dafür ist mangelhafte Information.

2013 gründeten wir daher den „Nam Career Service“ auf Facebook, um das Informationsdefizit zu verringern und somit die Eigenmotivation der SchülerInnen zu erhöhen, indem wir die Vielseitigkeit der Ausbildungsmöglichkeiten und Chancen in Namibia aufzeigen. Mittlerweile nutzen mehr als 16.000 junge NamibierInnen unseren Service. Dieser besteht aus der Verteilung von Informationen zu Ausbildildungs- und Studiumsmöglichkeiten, Stipendienprogramme, Praktikumsplätzen und Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Des Weiteren wurde im Rahmen des „Nam Career Service“ festgestellt, dass die Bewerbungsdokumente vieler junger Namibier mangelhaft sind. Der von uns entwickelte „Application Guide“ kommt, wie die über 10.000 Downloads belegen, ebenso gut an wie unsere kostenlose Lebenslaufberatung.

Der erneute Aufenthalt eines unserer Mitglieder in Namibia Anfang 2014 wurde dazu genutzt ein neues Format auszuprobieren. In Bewerbungstrainings wird jungen NamibierInnen aufgezeigt wie ein ansprechender Lebenslauf oder ein überzeugendes Anschreiben aussehen. Zudem werden sie auf ihr nächstes Bewerbungsgespräch vorbereitet. Das Feedback der TeilnehmerInnen war ausschließlich positiv. Einige waren sogar so stark von den Workshops und den anderen Projekten von Welwitschia überzeugt, dass sie sich selber engagieren wollten.

In Folge dessen gründeten die Interessierten im März 2014 eine eigenständige Organisation in Namibia, die unter dem Namen „Welwitschia – Education Initiative Namibia“ eigenständig Bewerbungstrainings und weitere Projekte durchführt. Der „Nam Career Service“ wird bilateral von beiden Organisationen gemeinsam geleitet. Besonderes Augenmerk in der engen Kooperation zwischen den Vereinen in Namibia und Deutschland liegt in der Unabhängigkeit voneinander.

Im November 2015 veröffentlichten die beiden Organisationen in Namibia den „Nam Career Guide“, ein Führer der SchülerInnen den Weg von der Schule bis zum ersten Job aufzeigt. Dieser Guide wird kostenlos in ganz Namibia verteilt.

Welwitschia Deutschland versteht sich mittlerweile mehr als Unterstützer und Berater von Welwitschia Namibia, da die Überzeugung vorherrscht, dass die NamibierInnen am Besten wissen, was sich im Land verändern soll und wie die Bildungssituation und der Übergang zum Arbeitsmarkt schrittweise verbessert werden kann.

Dieses Konzept macht unsere Organisation besonders im Vergleich zu anderen im Bereich der sogenannten Entwicklungszusammenarbeit, in der meist deutsche, europäische oder amerikanische Sichtweisen das Handeln dominieren.

Aus diesem Grund konzentrieren sich die beiden Organisationen auf ihre Kernbereiche, in denen sie die meiste Expertise haben: In Namibia auf Bewerbungstrainings und Karriereberatung, in Deutschland auf Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit um das von Stereotypen behaftete Bild von Namibia und dem afrikanischen Kontinent zu verändern.

In Deutschland bauen wir inzwischen verstärkt auf die Präsenz in einzelnen Städten durch Regionalgruppen. Im April 2015 wurde die erste Regionalgruppe in Tübingen gegründet.

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