Fortschritt bei der Bildung

Das namibische Bildungssystem scheint sich zu verändern. Im letzten Schuljahr haben 54,7% aller Zehntklässler die Abschlussprüfungen bestanden, das ist der beste Wert, der je erreicht wurde. Im Vergleich zum Jahr 2012 haben 52,1% den Sprung in die Elfte Klasse geschafft. Scheinbar trägt die Bildungspolitik des inzwischen verstorbenen Bildungsministers Abraham Iyambo und seinem Nachfolger David Namwandi Früchte. Bereits Iyambo ging als Bauarbeiter verkleidet in eine staatliche Schule, um die Anwesenheit der dortigen Lehrer zu kontrollieren, was großen Anklang in der Bevölkerung fand. Namwandi setzte durch, dass die Grundschule für alle kostenlos ist. Dennoch liegt vor dem Bildungsminister noch viel Arbeit. Ein Wert von knapp über 50% ist nach wie vor nicht zufriedenstellend. Während die Einschulungsquote in Namibia in der Grundschule noch bei annähernd 100% liegt und (hiervon verlassen auch 2010 laut Weltbank knapp 81% der SchülerInnen die Grundschule regulär), setzte 2007 nur knapp jeder Zweite seine Bildungslaufbahn auf der Secondary School fort. Dieser Wert wird sich in den vergangenen sechs Jahren nicht signifikant verbessert haben, da er bereits zwischen 2004 und  2007 in etwa auf dem gleichen Level lag. Dieser Trend, der mit einem Trichter zu vergleichen ist, setzt sich fort und und resultiert darin, dass unter 10% (2008) der Schulabgänger eine Hochschule besuchen.

Es war ein wichtiger Schritt, die Grundschule kostenlos anzubieten. Es ging zwar zuvor schon fast jedes Kind in die Grundschule und eine für Afrika hoher Prozentsatz beendete diese auch, jedoch wurden mit dieser Politik die Familien finanziell enorm entlastet. Der nächste Schritt sollte nun sein, die Secondary School kostenfrei anzubieten. Erste Parteien haben diesen Punkt bereits in ihr Programm für das Wahljahr 2014 aufgenommen. Mit diesem Schritt wird es vielen Kindern ermöglicht auch mit schwachem finanziellen Hintergrund die weiterführende Schule zu besuchen. Namibia braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte aber auch Akademiker, um die Wirtschaft des Landes zu stärken und die exorbitant hohe Arbeitslosigkeit zu senken. Dies geht nicht ohne eine funktionierende Basisbildung mit gleichen Chancen für alle. Die Nachfrage nach gut ausgebildeten jungen Menschen ist vorhanden. Dies erfahren wir selbst bei unserer täglichen Arbeit und im Kontakt mit namibischen Unternehmen. Angesichts der steigenden Bevölkerungszahl in Namibia, muss auch die Nachfrage der Menschen nach Lebensmitteln aber auch nach mehr Konsumgütern befriedigt werden. Das funktioniert nur, wenn genügend NamibierInnen die Schule beenden und eine Hochschul- oder Berufsausbildung in Namibia genießen können und nicht ins Ausland abwandern.

school enrollment, secondary (% net)

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