Archiv der Kategorie: Namibia allgemein

Namibia auf die Ohren

Bei Namibia denken die meisten an eindrucksvolle Natur. Dabei geht jedoch oft unter, was das Land für eine vielfältige Kulturszene beherbergt. Vor allem die Musik spielt dabei eine sehr große Rolle. Wobei: Eine rein „namibische“ Musik gibt es nicht. Wie auch, bei der Völkervielfalt und den verschiedenen Einflüssen, die auf Namibia wirken. Neben nordamerikanischen und vor allem auch südafrikanischen Stilen spielt auch viel Tradition in den Musikmix hinein. Wir haben euch eine kleine Kostprobe zusammengestellt.

Zwischen Europa und Afrika

Shishani

Shishani ist nicht nur eine Powerfrau sondern auch ein echtes Ausnahmetalent. Mit souliger Stimme präsentiert sie modernen, jazzigen Afro-Folk und spricht in ihren Songs auch politische Themen an. Die Sängerin mit einer namibischen Mutter und einem belgischen Vater ist in Namibia geboren und in den Niederlanden aufgewachsen. Ihre große Karriere begann mit ihrer Rückkehr nach Namibia. 2011 gewann sie den Namibian Annual Music Award (NAMA) und wurde 2013 für die beste Single und das beste Video nominiert. Inzwischen arbeitet und tourt sie sowohl in Namibia als auch in den Niederlanden.

EES

Jeder in Namibia kennt ihn – obwohl er mittlerweile den Großteil seiner Zeit in Deutschland verbringt. EES, eigentlich Eric Sell, ist eine Größe. Er vertritt eine bunte Mischung der Genres Kwaito, Afro-Pop, Reggae und Hip-Hop, die er „NAM Flava Music“ nennt. EES beendete 2003 seine Ausbildung zum Toningenieur im südafrikanischen Kapstadt. Ein Jahr später zog es ihn nach Köln, um seine Karriere voranzutreiben die moderne namibische Musik auch in Deutschland bekannt zu machen. Seine neue Single heißt „On the road again“

Tonetic

Steffen List aka TONETIC macht eigentlich alles, was mit Musik zu tun hat. Dabei sind ihm rockige, alternative Klänge die liebsten. Der Namibianer mit deutschen Großeltern schreibt Songs, nimmt auf, arrangiert, produziert und tritt vor allem auf. Musik hat schon immer sein Leben bestimmt: Mit acht Jahren lernte er Cello und schon mit 16 schrieb er Songs für die Punk-Band Needles. 2013 brachte er im Franco Namibian Cultural Center sein Debutalbum Tones of Red heraus, mit dem er im selben Jahr einen NAMA gewann. Mit seiner Single Undefended ging er 2014 dann in Deutschland auf Tour.

Elektronisch

Gazza

Auch Gazza ist einer der ganz großen im namibischen Musikgeschäft. Bei der Verleihung der NAMAs dreht das Publikum durch, wenn er die Bühne betritt und seine Musik, eine Mischung aus Kwaito, Dancehall, Reggae und Hip Hop, performt. Lazarus Shiimi, so sein bürgerlicher Name, kommt aus einfachsten Verhältnissen. Deshalb finden Themen über das Leben im Township immer auch Eingang in seine Texte. Mittlerweile hat er schon zehn Alben herausgebracht, was ihn zum bestverkauften Künstler im Land macht.

Black Vulcanite

Die vier Jungs aus Windhoek sind in den letzten Jahren groß in der namibischen Musikszene geworden. 2015 gewannen sie den NAMA in der Kategorie „Bestes Video“. Ihre Musik bezeichnen sie als poetischen, afrozentristischen Hiphop und „Afro-Futurism“. Und die Videos von Mark Question, AlithatDude und Okin können sich wirklich sehen lassen: Künstlerisch unterstreichen sie damit Ihre poetischen Texte mit viel Herzblut.

Rockin’ Namibia

Set-Son and the Mighty Dreads

Die Dreads im Namen geben den Hinweis: Set-Son und seine Kollegen Erik Hamutenya, Marius Olloy, Nafidi Wahengo, Gotffery Mananga und Manda Mosez Saize spielen feinsten, namibischen Reggae, beeinflusst von Shambo, einem fröhlichen Musikstil mit viel Tradition. Dabei verbeugen sie sich vor den Klassiker und singen teils in Oshiwambo – nicht ohne auch politische Botschaften zu senden.

Penilane

Sänger und Gitarrist Roy-Lee Kitt, Bassist Mike Ott und Anesh Morar am Schlagzeug bilden gemeinsam die Rockband Namibias. Seit 2004 versucht die Band, ihre eigene Art des Rocks zu prägen und nennt ihren Stil gerne – mit Verlaub „Progressive Sweaty Nuts Rock“. Ihr letztes Album „Ripple Effect“, haben sie in Dublin mit Marc Carolan, der auch schon mit The Cure and Snow Patrol zusammen gearbeitet hat. Normalerweise wohnen und performen sie in Windhoek. Ihre Einflüsse sind vielfältig und erstrecken sich von Muse über Bruce Springsteen und Radiohead bis hin zu Soundgarden und Die Toten Hosen. Ach ja, und auch ihre Videos können sich sehen lassen.

Klassiker 

Tate Buti

Apropos Shambo: Hier ist Tate Buti die Legende in der namibianischen Musikgeschichte. Mehr als jeder andere hat er den Shambo geprägt und beeinflusst viele junge Musiker. Shambo, die bei Oshiwambo-sprechenden vor allem in ländlichen Gebieten beliebte Musik, behandelt meist große Themen wie Krieg und Frieden, Einheit, Liebe und Respekt. Erst 2005 wurde Shambo von der Namibia Society of Composers and Authors of Music (NASCAM) als Genre traditioneller Musik anerkannt.

Jackson Kaujeua

Auch an Jackson Kaujeua kommt keiner vorbei, der sich mit namibischer Musik beschäftigt. Er wird auch als Guru der traditionellen Musik bezeichnet wird und spricht, so heißt es, ganze 15 namibische Sprachen und Dialekte. Seine Lieder handeln von Ahnen und Legenden, aber auch von Freiheitskämpfen. Seine Musik ist traditionell und zeigt deutlich, dass er aus der Gospel-Richtung kommt. 18 Jahre Jahre lang lebte er im Exil und setzte sich mit Lieder wie „Wind of Change“ (, das übrigens nichts mit dem Scorpions-Song zu tun hat) und „!Gnubu!Nubus“ für die Unabhängigkeit Namibias ein. Er erhielt 2011 posthum den NAMA für sein Lebenswerk.

Elemotho

Elemotho singt nicht nur auf Englisch, sondern auch Setswana und anderen Sprachen. Seine Musik ist von Pop beeinflusst, aber mit afrikanischen Klängen und leichtem Jazz-Einschlag. Gemeinsam mit seinem langjährigen Gitarristen und Backgroundsänger Samuel Batola präsentiert das Duo „The new sound of the Kalahari“ – eine Mischung aus traditionell afrikanischen Rhythmen, Afro-Pop und Sounds der Welt. Eines der bekanntesten Lieder von Elemotho heißt „The system is a joke“ – seine Musik spricht eine deutlich politische Sprache. Auch mit seinem neuesten Song „Black Man“ will er Bewusstsein schaffen.

Ines ist Journalistin und Texterin im schönen Bonn am Rhein. In Namibia hat sie eine Zeitlang als Gastredakteurin für die Allgemeine Zeitung gearbeitet. Dabei hat sie Weltwitschia e.V. kennen und das Land lieben gelernt – und würde am liebsten sofort wieder dorthin zurück. https://twitter.com/InesBres

Black Vulcanite (c) thecitynoise.com

Black Vulcanite (c)thecitynoise.com

Windhoek – eine unterschätzte Stadt

Jedes Jahr reisen mehrere zehntausend deutsche Touristen nach Namibia. Im Jahr 2014 waren es allein 86.000. Deutschland steht somit auf dem 4. Platz hinter Angola, Südafrika und Sambia. Namibia ist bekannt für tolle Landschaften, die Big Five, grandiose Sonnenuntergänge, eine Vielfalt wie sie nur selten auf der Welt anzutreffen ist, den zweitgrößten Canyon der Welt, die höchsten Dünen der Welt und vieles mehr. Namibia hat ohne Frage einiges zu bieten.

Die meisten Touristen kommen morgens am Hosea Kutako Flughafen an und machen sich gleich auf den Weg Richtung Etosha oder in den Süden gen Sossusvlei. Dabei passiert jeder Tourist Windhoek und einhellige Meinung ist: „Schnell weiter, hier gibt es sowieso nichts zu sehen. Maximal ein Tag in Windhoek und dann weiter in interessantere Sphären.“ Leider verpasst der Großteil der deutschen Touristen dadurch viel. Es gibt einiges zu entdecken und erleben in Windhoek. Die Reiseführer sind hier entweder nicht sehr kreativ oder nicht aktuell. Deshalb übernehmen wir das jetzt. Wir planen für euch die ersten Tage in Namibias Hauptstadt. Langeweile? Ausgeschlossen!

Nach der Ankunft im Hostel oder dem Hotel geht es erst einmal in die Innenstadt zur Post Street Mall. Dort gibt es den Meteoritenbrunnen zu sehen der auch in fast allen Reiseführern vorzufinden ist. Da das unser erster Tag ist kümmern wir uns noch nicht um die Souvenirs die dort gekauft werden können sondern gehen über die Independence Avenue in den Zoo Park. Wer noch keinen großen Hunger hat kann zuvor noch in den Wernhil Park gehen und sich dort bei Pick ’n‘ Pay eine Oshikandela, ein Joghurt Drink, kaufen und sich in den Park setzen. Hier wird man mit Sicherheit von ehemaligen DDR-Kindern auf Deutsch angesprochen. Sie sammeln seit Jahren für eine Ausstellung. Dies ist jedoch nur ein Vorwand um Geld von Touristen abzuziehen. Wer großen Hunger verspürt kann stattdessen in das Café Zoo gehen wo auch VegetarierInnen auf ihre Kosten kommen. Das Dessert sollte man jedoch nicht dort genießen. Nicht weil es dort nicht gut ist, sondern weil die Eisdiele Cramer auf der anderen Straßenseite in der FNB-Zentrale besonders empfohlen werden kann.

Nach der Stärkung geht man den Hügel hinauf in Richtung Christuskirche. Sie ist tagsüber geöffnet und kann besichtigt werden. Im Anschluss sollte das Independence Museum besucht werden. Dieses Museum, von vielen auch nur als Kaffeemaschine bezeichnet, wurde von Nordkoreanern gebaut und 2014 eröffnet. Gegenüber des Museums ist die Alte Feste, die zuvor als Nationalmuseum fungierte und in deren Innenhof man nun das Reiterdenkmal anschauen kann, welches zuvor an der Stelle der Statue von Sam Nujoma stand.

Jetzt wird es wieder Zeit für eine kleine Erholung. Hinter dem Independence Museum ist der Parliament’s Garden zu finden mit dem Parlament, dem Tintenpalast, im Hintergrund. Im Park auf der Wiese oder den Bänken kann man sich gut ausruhen und die Seele baumeln lassen. Für politisch Interessierte gibt es die Möglichkeit das Parlament zu besichtigen. Ein Termin sollte jedoch ein Tag zuvor telefonisch vereinbart werden (061 226899)

Der Tag geht nun langsam zu Ende. Zeit für das Abendessen. Die erste Adresse ist natürlich Joe’s Beerhouse. Dort kann man die komplette Palette an Wildfleisch genießen, auch für VegetarierInnen ist vorgesorgt. Wer es etwas edler möchte kann das nice besuchen, ein Restaurant in dem KellnerInnen und KöchInnen ausgebildet werden. Wem das Essen in einem Restaurant nicht zusagt kann einen Sonnenuntergang genießen. Populär ist hierfür die Skybar des Hilton Hotels die offen zugänglich ist. Hier kann man bei bezahlbaren Getränken (Cocktails zwischen N$60 und N$80). den Sonnenuntergang genießen. Wer den Sonnenuntergang alleine verbringen möchte dem können wir diesen Geheimtipp geben: Am Avis Dam gibt es oben auf einem Hügel ein kleines Wasserreservoir von dem aus man einen schönen Blick über den Damm und die Stadt hat. Erreichbar ist das Reservoir entweder direkt über den Damm mit etwas Kletterarbeit. Da es anschließend dunkel sein, wird empfehlen wir jedoch den Weg über Ludwigsdorf.

Der nächste Tag kann mit einem Frühstück im Fresh ’n‘ Wild in Klein Windhoek oder in Eros beginnen. An einem Samstag kann auch der Green Market in der Dr David Kenneth Kaunda Street (ehemals Uhland Street) empfohlen werden. Dort verkaufen FarmerInnen aus der Umgebung von Windhoek ihre Produkte die nach Biostandards produziert werden. Jede Woche bietet zudem eine andere Organisation kulinarisches für das Frühstück an. MuseumsliebhaberInnen können nun gestärkt in das Owela-Museum gehen. Dort werden sehr detailliert die Traditionen der verschiedenen ethnischen Gruppen Namibias dargestellt. Wer sich mehr für Kunst interessiert, dem ist geraten in die National Art Gallery zu gehen, die mit verschiedenen Ausstellungen aufwartet. Beide Museen sind kostenlos, eine Spende wird jedoch erwartet. Für Eisenbahnfreunde gibt es das sehr interessante Museum der TransNamib direkt am Windhoeker Bahnhof. Für N$5 kann man sich die Geschichte der namibischen Eisenbahn anschauen inklusive vieler Relikte früherer Zeit.

Nun wird es wieder Zeit für etwas Entspannung. Im Stadtteil Kleine Kuppe steht die Grove Mall, das größte Einkaufszentrum Windhoeks. Für einige mag sich das nicht nach Entspannung anhören. Es gibt dort jedoch die Slowtown Coffee Roasters, die ihren Kaffee selbst rösten. In derselben Mall gibt es auch My Republik, das erste Modelabel Namibias das in Namibia Kleidung nicht nur entwirft sondern auch produziert. Wem das nicht zusagt, kann durch eine Führung die Brauerei von Namibia Breweries besichtigen. Diese sollte jedoch vorab telefonisch vereinbart werden (061 320 4999).

Zum Abschluss des Tages lohnt sich ein Besuch bei Xwama, ein Restaurant in dem traditionelle namibische Gerichte serviert werden. Wer am Abend schließlich noch unterwegs sein möchte, für den könnte sich das Warehouse lohnen. Es hat sieben Tage die Woche geöffnet, wobei verschiedene Veranstaltungen angeboten werden. Montags ist bei Open Mic für beste Unterhaltung gesorgt. An jedem ersten Mittwoch im Monat findet dort „Spoken Word“ statt, eine stand-up-comedy Veranstaltung.

Am nächsten Tag, kurz vor der Abfahrt, kann noch ein Abstecher beim Craft Centre gemacht werden. Dort gibt es nicht nur Souvenirs zu kaufen sondern auch ein gutes Café. Dort kann auch gleich für die Reiselektüre gesorgt werden. Bei OrumbondeBooks und bei Uncle Spike’s Book Exchange, der ein paar Meter die Straße hinauf zu finden ist, gibt es günstige gebrauchte deutsche, englische und afrikaanse Bücher zu kaufen. Bei beiden lohnt es sich absolut einen Besuch abzustatten.

Dies ist nun ein kleiner unvollständiger Überblick über mögliche Aktivitäten in Windhoek. Die Stadt ist reich an vielen gemütlichen Cafés und Ecken die als Außenstehender jedoch nur schwer zu entdecken sind. Es lohnt sich also in Windhoek mehr als nur ein paar wenige Stunden zu verbringen. Wer nun selbst auf Entdeckungstour geht und Dinge entdeckt, die wir nicht genannt haben ist herzlich willkommen uns weitere Tipps zuzuschicken!

Hier nun eine Liste mit Orten die oben keine Erwähnung gefunden haben:

Franco Namibia Cultural Centre:  Im FNCC gibt es regelmäßig verschiedene Events und Veranstaltungen die auf der Webseite zu finden sind
La Bonne Table
: Gemütliches Café im Zentrum Windhoeks
La BrocanteCafé im Southern Industrial mit selbstgemachten Kuchen und Second Hand Laden
Krumhuk: Ein Projekt circa 20km südlich von Windhoek in dem Gemüse, Brot, Frischkäse Joghurt und vieles mehr nach biologischen Standards produziert und verkauft werden. Ideal für die Verpflegung der ersten Tage.
Penduka: Ein Projekt das durch Armut, Behinderung oder mangels Bildung benachteiligten Frauen die Möglichkeit gibt im Projekt einer Arbeit nachzugehen. BesucherInnen können die dort hergestellten Produkte erwerben.

Auf www.whatsonnamibia.com gibt es tagesaktuell Events in verschiedenen Kategorien zu finden die in die Planung mit einbezogen werden können.

Windhoek Namibia

Rollen für Olympia

Es ist heiß, die Sonne brennt auf die Köpfe. Trotzdem kann es zehn BasketballerInnen plus Trainer nicht vom Training abhalten. Das Feld: 28 mal 15 Meter, an beiden Enden jeweils ein Korb. Nach und nach trudeln alle SpielerInnen ein und beginnen, sich auf das Training vorzubereiten. Die erste Aktion: Warmmachen. Bei 35°C im Schatten. Widerwillig machen sich die ersten auf den Weg um zwei Runden um den Platz zu rollen. Rollen? Ja, rollen. Heute ist Rollstuhlbasketball angesagt.

Seit Mai 2012 gibt es in Windhoek den „Wheel-Ability Sports Club“ bei dem Männer und Frauen gleichermaßen in einer Mannschaft spielen. Willkommen sind auch Nichtbehinderte. Jeden Sonntag treffen sich die SpielerInnen, die alle noch unter 30 sind, um zu trainieren. Eine richtige Liga gibt es noch nicht in Namibia, dennoch einige andere Vereine in anderen Städten. Los geht also das Training. Nach dem Warmmachen werden erst einmal ein paar Körbe geworfen um anschließend an der Taktik zu feilen. Die Zonenverteidigung ist noch nicht ganz in Fleisch un Blut übergegangen.

Rollstuhlbasketball unterscheidet sich im Grunde genommen nicht sehr vom Fußgängerbasketball nur das eben alle im Rollstuhl sitzen. Die Körbe haben dieselbe Höhe, das Feld dieselbe Größe und gedribbelt werden muss ebenfalls. Wer mehr als zwei Mal am Greifring zieht, begeht einen Schubfehler. Der größte Unterschied ist die Klassifizierung mit der jede/r SpielerIn je nach Behinderungsgrad eine bestimmte Punktzahl bekommt um Chancengleichheit zwischen den Mannschaften sicherzustellen.

Nach dem taktischen Training und einer kleinen Trinkpause geht es dann endlich über zum Spiel auf das alle brennen. Alle sind hochmotiviert die gegnerische Mannschaft zu schlagen. Ziel ist die einstudierte Zonenverteidigung nun im Trainingsspiel in die Tat umzusetzen. Hier muss nun der Unerfahrenheit einiger SpielerInnen Tribut gezollt werden weshalb die Realisierung noch einiger Trainingseinheiten bedarf. Nichtsdestotrotz kommen einige schöne Spielzüge zustande und das Spiel ist für den Außenstehenden überraschend schnell und auch körperlich betont. Es wird viel geblockt und auch gerammt was teilweise gegen, meist aber mit den Regeln ist. Nach zweieinhalb Stunden Training gibt sich auch der letzte geschlagen und ist erschöpft.

Auf dem Weg zum Taxi nach dem Training erzählt dann Roodly dass es als Behinderter in Namibia nicht einfach ist. „Vor allem ein Taxi zu bekommen ist sehr schwierig, da viele Fahrer nicht gerne anhalten um den Rollstuhl im Kofferraum zu verstauen. Sie möchten stattdessen schnell weiter.“ Behinderte haben es noch immer oft schwer als vollwertige Mitglieder in der Gesellschaft aufgenommen zu werden. Viele Eltern verstecken ihre Kinder zu Hause aus Angst vor den Blicken der anderen. Das blieb den SpielerInnen des Wheel-Ability SC erspart. Selbstbewusst kämpfen sie für ihre Rechte und Akzeptanz im namibischen Alltag. Auch wenn es nicht einfach ist und sie immer wieder zurück geworfen werden, ist ihre Motivation und Begeisterung ansteckend. Insbesondere der Basketball und der Traum der Teilnahme an den Paralympics 2020 gibt ihnen viel Kraft und vor allem Selbstvertrauen. Der Spaß und die Anstrengung jeden Sonntag entschädigen die SpielerInnen für die negative Erlebnisse.

IMG_20160131_164155

#FeesMustFall?

Im Bildungssektor in Namibia gab es in den vergangenen Wochen und Monaten viel Bewegung. Für die Grundschule (Klassen 1-7) sind schon im Jahr 2013 die Schulgebühren weggefallen, für die Sekundarstufe (Klassen 8-12) gilt dies seit diesem Jahr. Das ist ein großer Schritt für das namibische Bildungssystem, wenn auch damit die Arbeit nicht abgeschlossen ist. Noch immer mangelt es an ausreichender Infrastruktur für die SchülerInnen und die Resultate des letzten Jahres der Klassen 10 und 12 waren wiederum enttäuschend. Aufgrund der Veränderungen in der Schule warten nun auch die Studierenden an den Universitäten darauf dass sie von den Studiengebühren befreit werden.

Bereits im Oktober schwappte die #FeesMustFall-Bewegung von Südafrika nach Namibia.

Jedoch hatten diese Proteste keine Auswirkungen. Die Politik beharrte auf die Studiengebühren und die Bewegung ebbte ab. Die Studiengebühren an der University of Namibia betragen im Jahr 2016 N$3550 (etwa 200€). Wer zusätzlich noch einen Platz im Hostel der Universität benötigt, auf den kommen weitere Kosten von N$9930 pro Jahr zu. Zusätzlich werden noch ein Registrierungsbeitrag sowie eine Exam Fee erhoben. Wer also an den Examen teilnehmen möchte, muss zuerst dafür finanziell aufkommen. Die Höhe Studiengebühren in Namibia sind entsprechend vergleichbar mit dem Semesterbeitrag in Deutschland. An der Universität Tübingen betrug dieser für das Wintersemester 15/16 etwa 140€. Vergleichbare Beträge, jedoch bei Lohnniveaus wie sie nicht unterschiedlicher sein können. Ist der Ruf nach Befreiung von Studiengebühren als gerechtfertigt?

Die Mehrheit der Studierenden beantwortet diese Frage mit einem klaren „Ja!“. So kam es auch zum #VarsityLockDown Ende Januar an der University of Namibia und der Namibia University of Science and Technology.

Im Zuge dessen blockierten Studierende der beiden Universitäten die Eingänge und forderten die Einstellung der Studiengebühren.

Eine Reaktion der Politik und Universitätsverwaltungen ließ nicht lange auf sich warten. Schnell wurde beschlossen den Registrierungsbeitrag sowie die Exam Fee nicht zu erheben. Zumindest nicht sofort. Nach großer Verwirrung und Fehlinterpretationen die bis dahin gingen dass die Studiengebühren tatsächlich gestrichen würden, war schließlich klar dass der Registrierungsbeitrag und Exam Fee zwar nicht sofort erhoben werden, jedoch bis Mitte des Jahres bezahlt werden müssen.

Es gibt jedoch nicht nur Stimmen die sich gegen die Studiengebühren aussprechen. In unserem Essay-Wettbewerb zum Thema ob kostenlose Bildung sinnvoll für Namibia sei, schreibt eine Einsenderin, dass die Befreiung von Studiengebühren Studierenden falsche Anreize geben könnte da diese so ihr Studium weniger wertschätzten. Sie ist mit ihrer Meinung jedoch in der Minderheit.

Der Tenor aus den Medien und der Politik lautet, dass Studiengebühren weiter bestehen werden da momentan kein Geld im Haushalt bereitgestellt wurde. Es ist jedoch davon auszugehen dass in den kommenden Jahren auch die Gebühren an den Universitäten gestrichen werden. Ob das jedoch die Probleme in der Bildungslandschaft lösen wird ist fraglich. Schon jetzt streben viele SchülerInnen ein Studium an einer Hochschule an und nur wenige entscheiden sich für eine technische oder handwerkliche Ausbildung. Die Konsequenz wäre ein Fachkräftemangel. Was ein Fachkräftemangel bedeutet, bekommen wir hier in Deutschland zu spüren. Es wäre wünschenswert wenn Namibia darauf verzichten könnte.

Von den Schulgebühren befreit: Namibische SchülerInnen

Von den Schulgebühren befreit: Namibische SchülerInnen

Bio zum Frühstück

Der Geruch von Rührei, Kaffee und Brötchen kommt einem schon von weitem entgegen, vor dem Eingang sind Parkplätze gefüllt, welche die ganze Woche über verwaist sind und ein Mix aus Englisch, Deutsch und Afrikaans vermischt sich zu einem Stimmenwirrwarr. Samstag morgens ist Biomarkt an der Kirche im Stadtteil Klein Windhoek. Ich habe mich mit Freunden dort verabredet um frühstücken und einkaufen zu gehen, zur Eröffnung um 8 Uhr haben wir es aber noch nicht geschafft. Ein Biomarkt in Windhoek? Es gibt viele Dinge, die man in Windhoek erwartet, ein Biomarkt ist da jedoch nicht an erster Stelle. Jedoch werde ich schnell eines besseren belehrt. Am Eingang wird der Besucher gleich vom Frühstückscafé begrüßt. Das muss aber erst einmal verschoben werden da alle Tische schon belegt sind weshalb wir uns entscheiden die gewohnte Reihenfolge einzuhalten: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Doch das Einkaufen kann hier nicht als Arbeit bezeichnet werden da es viele interessante Dinge zu entdecken gibt.

BäuerInnen und FarmerInnen aus der Umgebung bieten viele verschiedene Produkte feil. Da ist zum Beispiel Krumhuk, einige Kilometer außerhalb von Windhoek, und laut eigener Aussage „die einzige Farm Namibias die biologisch-dynamisch wirtschaftet.“ Direkt am Eingang stoße ich auf ihren Stand, der auch gleichzeitig der größte des Marktes ist. Auf Krumhuk wird Brot selbst gebacken, Gewürze hergestellt, Milch und Quark produziert und Gemüse angebaut. Zwar nicht mit dem Bio-Siegel zertifiziert aber doch biologisch. Direkt gegenüber verkauft ein Mann an einem kleinen Stand selbstgemachte Marmelade. Über die Treppe an der Außenwand der Kirche werden biologisch hergestellte Kosmetikprodukte verkauft. Auf der oberen Ebene bieten FarmerInnen von Karotten, über Salat bis zu Pastinaken so gut wie alles an. Wer abends keine Lust hat zu kochen, kann sich etwas von dem selbstgemachten Pesto mitnehmen. Selbstverständlich darf auf solch einem Markt auch das Biltong, das bekannte Trockenfleisch, nicht fehlen. Damit sich auch die Kleinsten schon an den Geschmack gewöhnen können, gibt es auch Baby-Biltong. Das Trockenfleisch ohne Gewürze. Nachdem die Einkaufstaschen (natürlich nur Jutebeutel oder Papiertüten) voll sind, gehen wir wieder die Treppe runter um einen Tisch für das Frühstück zu ergattern.

Nach dem ausgiebigen Einkauf kann nun das wahre Vergnügen folgen: Das Frühstück. Jeden Samstag bereitet eine andere Organisation oder Institution das Frühstück zu. Dieses Mal: Die Walddorfschule Windhoek. Neben selbst geschmierten Brötchen mit Käse, Salami, Rührei oder Rohhack gibt es die verschiedensten Kuchen und auch Quiche. Und das ganze zu sehr freundlichen Preisen. Die Tasse Kaffee gibt es für N$6,00, umgerechnet etwa 0,40€. Bei insgesamt hohen Lebensmittelpreisen in Namibia ist das dann überraschend günstig. Der Gewinn aus dem Verkauf geht dann an die Walddorfschule, die sich damit neue Projekte finanzieren kann. Gefühlt kennt hier jeder jeden was dem ganzen eine sehr familiäre Atmosphäre gibt.

Ein Besuch auf dem Biomarkt ist sehr zu empfehlen, da er aufgrund der wachsendenden Windhoeker Mittelschicht sich zunehmender Beliebtheit erfreut trotz der Preise, die auf deutschem Bio-Niveau liegen. Menschen, die nur das Durchschnittseinkommen Namibias, etwa N$6,600, verdienen können sich einen Besuch dort jedoch kaum leisten. Zumal aufgrund großen Einkommensungleichheit nur wenige tatsächlich so viel verdienen.

Green Market Windhoek

© Tracey Pictor

 

Namibia lesen

„Read more books!“ ist ein Ratschlag, über den wir oft stolpern. Und gerade, wenn es auf der Nordhalbkugel wieder kalt und dunkel wird, kann man sich mit guter Literatur in andere Länder lesen. Reiseführer und -berichte über das Land des Kameldorns gibt es wie Sand in der Namib. Aber auch spannende Biografien, Krimis und Romane aus und über Namibia haben ihren Wert. Welche lohnen sich wirklich? Welche gehören zum Kulturgut? Und welche sind verborgene Schätze, die bisher noch keine Aufmerksamkeit erfahren haben? Wir haben eine kleine Auswahl für euch zusammengestellt.*

Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste – Henno Martin

Der Namibia-Klassiker – und unter Deutschsprachigen die Pflichtlektüre schlechthin. Und das zu recht: Henno Martin und Hermann Korn, zwei deutsche Geologen, haben gerade ihren Doktortitel in der Tasche und reisen ins damalige Südwestafrika, um Wasservorkommen zu erforschen. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges machen sie ihrer Ansage ernst und leben zweieinhalb Jahre lang abgeschieden in der Wüste.

Das Ergebnis – dieses Buch – ist ein faszinierender Überlebensbericht und zugleich die philosophische Erklärung zweier Männer, die viel Zeit in der Wildnis verbracht haben. Und viel Zeit mit Nachdenken. „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ ist eine fesselnde Geschichte, die Lust auf Natur macht. Sie bringt uns nicht nur viel über Flora und Fauna Namibias bei, sondern lehrt noch etwas viel wichtigeres: die Ehrfurcht vor dem Leben.

Der lange Schatten – Bernhard Jaumann

Das dritte Buch aus Bernhard Jaumanns Namibia-Reihe ist erst im letzten März erschienen. Schon zwei Monate später flog der 58-jährige Autor nach Windhoek, um dort im Goethe-Zentrum aus seinem neuesten Krimi vorzulesen: In Freiburg wird das Grab eines bekannten „Rassenforschers“ geschändet, in Windhoek wird die Frau des deutschen Botschafters entführt – gemeinsam mit dem Kind, das sie adoptieren will.

Während die Protagonistin Clemencia Garises nach den Entführten sucht, ist der Journalist Claus Tiedtke in Berlin möglichen Attentätern auf der Spur. „Der lange Schatten“ ist das spannende Buch eines Namibia-Kenners, der nicht bloß gute Unterhaltung bietet. Er liefert auch viele Hintergrundinformationen: von deutschen Kolonialverbrechen bis hin zur Diskussion um das Adoptieren afrikanischer Waisenkinder.

Kind Nr. 95 – Lucia Engombe

Wenige der so genannten DDR-Kinder reden gerne über die Vergangenheit. Verständlich, denn schließlich wurden sie in den vergangenen Jahrzehnten immer und immer wieder darauf angesprochen. Ihre Geschichte ist einfach zu spannend, als dass Menschen, die zum ersten Mal davon hören, sich das Fragen verkneifen. Gut, dass Lucia Engombe ihre Erlebnisse in einem Buch festgehalten hat.

1979, während des Befreiungskampfes, wird die 7-jährige Lucia überraschend aus dem sambischen Flüchtlingslager in die DDR gebracht. Gemeinsam mit insgesamt 430 anderen namibischen Kindern soll sie im sozialistischen Staat zur neuen Elite ihres Landes herangezogen werden. Doch dann kommt 1990: Die Deutsche Wiedervereinigung und die Namibische Unabhängigkeit. Die Kinder werden über Nacht in eine Heimat zurückgeflogen, die ihnen mittlerweile vollkommen fremd ist. In klarer, authentischer Sprache beschreibt Lucia ihr Leben zwischen Namibia und Deutschland – und gewährt dem Leser damit einen Einblick in ihre außergewöhnliche Biographie.

Der weiße Ovambo – Nils Ole Oermann

Ein ganz anderes, aber nicht weniger spannendes Leben führte hat der evangelische Theologe Peter Pauly: 1917 in Breslau, im heutigen Polen, geboren, verlässt er 20 Jahre später Deutschland – ohne Abitur, das ihm als „Halbjuden“ verweigert wurde. Er wandert aus und arbeitet auf einer Kaffeeplantage in Britisch-Ostafrika. Dann bricht der Krieg aus und Pauly wird interniert.

1947 kehrt er nach Deutschland zurück und arbeitete unter anderem als Dolmetscher beim Verfassungskonvent. 1950 zieht es Pauly aber wieder nach Afrika. Im heutigen Namibia und leitet er eine Farm. Er ist kein junger Mann mehr, als sein Leben dann noch einmal einen ganz anderen Weg einschlägt:
Zum einen studierte er evangelische Theologie und wird Pfarrer. Zum anderen heiratet er nach seiner ersten Ehe eine Ovambofrau und beginnt, für die Abschaffung der Apartheid in Namibia zu kämpfen.

Namibia – Carmen Rohrbach

Abenteuerliche Begegnungen mit Menschen, Landschaften und Tieren“ heißt der Untertitel des Buches. Und wirklich: Der Bericht der deutschen Biologin Carmen Rohrbach ist ein Abenteuer. Allein und ganz unbefangen fährt sie durch die Landschaften, beobachtet und lässt das Land auf sich einwirken. Neben den spannenden Geschichten, die sie auf ihren Reisen erlebt flechtet sie auch ihre sensiblen und unvoreingenommenen Gedanken zu Tier- und Menschenwelt ein.

Zusätzlich gibt sie Einblicke in die Historie des Landes und teilt als Biologin auch ihre Kenntnisse über Tier- und Pflanzenwelt mit dem Leser. Beim Lesen von Rohrbachs „Namibia“ hat man das Gefühl, selbst mit ihr auf Achse zu sein. Deshalb ist Vorsicht geboten: Wen das Fernweh ohnehin schon sehr quält, sollte sich das Buch vielleicht lieber noch aufheben. Denn spätestens nach Kapitel 3 will er einfach nur noch hinaus in die Wildnis.

Richtungswechsel – Philipp Walter

Wiederum eine andere Perspektive bietet Philipp Walters „Richtungswechsel“. Ein junger Deutscher geht nach dem Abitur nach Namibia, um sich sozial zu engagieren. Aus Okakarara, einem kleinen Ort im Norden des Landes, schreibt er einen Blog. Aus diesen Berichten ist ein Buch entstanden, das ein Namibia abseits von Wüste und Armut, aber auch abseits der typischen Touristenrouten beschreibt: Die Alltagsrealität in einem besonderen Land, wertvolle Erfahrungen und unvergessliche Begegnungen. Wir entdecken eine andere Seite Namibias und bekommen zugleich einen Einblick in das Leben eines weltwärts-Freiwilligen.
Egal, ob man noch von einer Reise träumt oder das Land schon erlebt hat – dieses Buch schenkt einen Perspektivenwechsel. Wer das Buch nicht bei Amazon bestellen möchte, kann dies auch direkt beim Autor machen.

Hummeldumm – Tommy Jaud

Eines der bekanntesten Bücher die in Namibia handeln ist Hummeldumm. Der Autor Tommy Jaud reist mit seiner Freundin ohne Hintergedanken nach Namibia. Die dort auf sie wartende Reisegruppe wird dafür sorgen dass die kommenden zwei Wochen nicht langweilig werden. Sehr unterhaltsam beschreibt er die Aktivitäten der Reise und die Eigenheiten seiner Mitreisenden um schließlich am Ende seiner Freundin die Schuld am ganzen Schlamassel zu geben.

*Diese Auswahl ist – wie das meiste im Leben – eine sehr subjektive Sache. Sie erhebt nicht den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Euch noch Bücher aus und über Namibia einfallen, die inspirieren, bilden oder Lust aufs Reisen machen, schreibt uns!
books-985939_1920

Namibia bei Twitter

Twitter ist auch in Namibia eine wachsende Plattform auf der sich junge Menschen, Geschäftsleute, Organisationen oder Firmen austauschen, Informationen veröffentlichen oder auch nur Gedanken posten. Was dort geschrieben wird gibt einen Einblick darin, was in Namibia zur Zeit aktuell ist. Wir möchten euch von nun an regelmäßig darüber auf dem Laufenden halten was bei Twitter in Namibia Trend ist.

Ganz aktuell ist die Solidaritätssteuer die Finanzminister Calle Schlettwein ins Spiel gebracht hat um die Armut in Namibia zu bekämpfen. Der Vorschlag ist dass alle Bürger die mehr als N$79.000 (ca. 5200€) pro Jahr verdienen, diese Sonderabgabe leisten sollen. Die Reaktionen folgten prompt.

Es gibt jedoch auch Stimmen die diese Steuer positiv sehen, jedoch die Verwendung der Gelder anprangern.

Andere wieder finden sich schon damit ab und nehmen die Sache mit Humor.

Ein anderes wichtiges Thema ist #FeesMustFall-Bewegung in Südafrika in der StudentInnen die Regierung dazu auffordern die Studiengebühren in abzuschaffen. Diese Bewegung schwappt langsam auch nach Namibia. Die Primary School ist inzwischen kostenlos, die namibische Regierung hat zu dem versprochen, die Sekundärbildung ebenfalls bald ohne Gebühren anbieten zu wollen.

Einige Studenten sind sich jedoch nichts sicher wie sie sich dafür einsetzen können, damit auch die tertiäre Bildung in Namibia kostenlos wird.

So viel zu den Neuigkeiten aus der Twittersphäre in Namibia. Die Idee der Regierung einer Solidaritätssteuer sorgt für viel Zündstoff in den sozialen Medien und man kann gespannt sein in welche Richtung sie sich entwickelt. Interessant wird auch sein ob die #FeesMustFall-Bewegung auf ebenso viele aktive Mitstreiter in Namibia stoßen oder ob sich diese Forderung auf die sozialen Medien beschränken wird.