Geschichtsvergessen?

Im vergangenen Monat erkannte die Bundesregierung die Verbrechen an den Hereros und Namas offiziell als Völkermord an. Auch in Deutschland hat eine breite Medienfront darüber berichtet. Alle Artikel zu diesem Thema haben eines gemein: Sie holen den Leser ganz am Anfang ab, denn kaum einer kennt die deutsche Kolonialgeschichte. Wie kann das sein?

“Namibia – da kann man hinfahren, da hat der Kaiser die Eisenbahn gebaut”, bekommt man vonNamibia Deutschland Muffins älteren, deutschen Herrschaften gerne zu hören. Für die Jüngeren ist Namibia nur irgendein Land in Afrika. Deutsche Kolonie? Schon möglich. Wir wissen nur sehr wenig über die Kolonialgeschichte Deutschlands und über ihren Einfluss in Namibia. Dabei ist es doch ein so beliebtes Reiseland – nicht zuletzt wegen der guten Infrastruktur und der deutschen Einflüsse.

Nicht bloß Eisenbahnen

Doch die Deutschen in Namibia haben Anfang des letzte Jahrhunderts nicht nur Eisenbahnschienen gebaut und Handel betrieben. Sie haben auch gekämpft. So verloren tausende Hereros bei der Schlacht am Waterberg ihr Leben. Wer heute in Namibia Urlaub macht, freut sich zwar über Wurst und ein fröhliches “Guten Tag” in den Geschäften von Swakopmund, mit der Geschichte setzen sich viele aber kaum auseinander. Gravierender noch ist das Unwissen in Deutschland selbst. Viele Reiseberichte beschreiben die atemberaubende Natur in Namibia und die wenigen Reportagen berichten eher von den Errungenschaften durch die deutsche Kolonialherrschaft als das Thema auch kritisch zu beleuchten.

Dabei ist Namibia kein Einzelfall: Auch die Unterdrückung der Maji-Maji Rebellen in Deutsch-Ostafrika, der etwa 100.000 Menschen zum Opfer fielen oder das Blutbad während des Boxeraufstands in China finden in den deutschen Medien, Museen und Schulbüchern kaum Beachtung. Das koloniale Abenteuer der Deutschen sei  nur kurz und geografisch eingeschränkt gewesen und deshalb unerheblich für die weitere Entwicklung der deutschen Gesellschaft, heißt es aus Regierung und Wissenschaft.

Kritische Betrachtung? Fehlanzeige.

„Meiner Ansicht nach hat sich kaum ein Bewusstsein für die koloniale Geschichte in Deutschland entwickelt. Es existiert faktisch nicht“, sagt Matthias Höhndorf von der Deutsch-Namibischen Gesellschaft (DNG). Das liege zum Einen an der sehr kurzen Zeit, in der Deutschland Kolonien hatte. Die Kolonien seien nach dem Ersten Weltkrieg abgegeben und ihre Geschichte durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges überlagert worden.

„Ich glaube sogar, dass die zwangsweise Abgabe der Kolonien dazu geführt hat, dass eine Auseinandersetzung mit der kolonialen Geschichte, wie das für die anderen europäischen Kolonialmächte in den Sechzigern bis in die späten Achtziger notwendig war, Deuschland erspart blieb“, so Höhndorf weiter. Der ehemalige Bundeswehrsoldat hat sich schon in seiner Kindheit in der DDR mit NamibierInnen angefreundet. Weil ihn die Menschen, das Land und seine Geschichte interessierten, war es von dort aus nur noch ein kleiner Schritt zur Deutsch-Namibischen Gesellschaft.

Zwar gebe es schon Medienpräsenz des ehemaligen Deutsch Süd-Westafrikas, vor allem im Fernsehen. Die sei aber etwas verklärt, findet Höhndorf: “Eine kritische Auseinandersetzung wie es mit den Geschehnissen des Zweiten Weltkrieges stattfindet, kann man nicht beobachten.” Seiner Ansicht nach gebe es in der deutschen Politik keinen Fokus auf die koloniale Vergangenheit. Der Bundestagsbeschluss, in dem von den „besonderen Beziehungen“ zu Namibia die Rede sei, gehe über Entwicklungshilfen und Importe nicht hinaus. Dabei gebe es einige Möglichkeiten. „Wirksamer wären in meinen Augen hier konkretere Maßnamen von Nöten. Man könnte zum Beispiel gleichzeitig den Mangel an Pflegekräften in Deutschland und die hohe Arbeitslosigkeit in Namibia mit der Ausbildung und Anwerbung von Pflegepersonal in Namibia begegnen“ findet Höhndorf. Zum Warmwerden mit der Geschichte empfiehlt er das Buch “Deutsche Kolonien – Traum und Trauma” von Gisela Graichen und Horst Gründer. “Das ist das umfangreichste Werk zu deutschen Kolonien.”

Zeit, dass sich was dreht

Auch der deutsch-namibische Politologe Dr. Henning Melber findet, dass Aufklärung unter den jetzigen Bedingungen kaum eine Chance habe: “Wir verfügen nicht über die Medien, und in den Schulen hat sich wenig getan. Es wird also weiter eine Relativierung der deutschen Kolonialgeschichte stattfinden. In diesem Zusammenhang wäre es aber schon interessant zu erfahren, wie die Akzeptanz derartiger Geschichtsverzerrung   durch Teile der Bevölkerung zustande kommt. Es müssten die tiefenpsychologischen Wurzeln offengelegt werden, die es ermöglichen, dass es nach wie vor gelingt, Kolonialgeschichte relativierend darzustellen.”

Nun aber scheint der Ball langsam ins Rollen zu kommen. In diesem Jahr ist das Ende des Ersten Weltkrieges in Namibia und damit das Ende der deutschen Kolonialherrschaft 100 Jahre her. Hage Geingob, der neue Präsident Namibias, ist stärker als sein Vorgänger Hifikepunye Pohamba an einer Aufarbeitung interessiert und die Anerkennung des Massakers der Türken an den Armeniern als Völkermord durch den deutschen Bundestag hat dem Thema neue Aufmerksamkeit verschafft. All das führte dazu, dass Bundestagspräsident Norbert Lammert Anfang Juli das aussprach was die damalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul schon 2004 sagte: Das Massaker am Waterberg sei Völkermord gewesen. Die Bundesregierung tat es ihm nach und bekannte sich offiziell zum Genozid an den Hereros und Namas.

Zukunft gestalten

Ein historischer Schritt für jene, die sich nicht zufrieden geben mit der “besonderen historischen Verantwortung Deutschlands gegenüber Namibia”. Die wiederholte die Bundesregierung in der Vergangenheit gerne und betonte zugleich, dass die UN-Völkermordskonvention von 1948 nicht rückwirkend gelten könne. Noch bedeutsamer als die Anerkennung ist aber die Tatsache, überhaupt einmal wieder in deutschen Medien über die gemeinsame Geschichte zu lesen. Das kann nicht nur Interesse an dem faszinierenden Urlaubsland wecken. Es kann auch Anlass sein, gemeinsam an der Zukunft zu arbeiten – zum Nutzen von beiden Partnern.

“Kollektivschuld gibt es nicht”, heißt es oft oder: “Was können wir dafür, was Menschen aus unserem Land vor vier Generationen getan haben?” Doch alle, die beim Fußball mit schwarz-rot-goldenem Gesicht euphorisch “Schlaaaand!” rufen, können auch über Folgendes nachdenken: Darf man sich aussuchen, wann man sich mit seinem Land identifiziert und wann nicht?

“Du musst dich nicht schuldig fühlen”, sagt manch Weißer in Windhoek gerne, “aber du kannst die Geschichte deines Landes zum Anlass nehmen, um etwas Gutes zu bewirken.”

Schlacht am Waterberg

Afrika-Festival in Tübingen

Vor wenigen Wochen erst wurde die Welwitschia-Regionalgruppe Tübingen gegründet, herausgegangen ist sie aus einem Seminar an der Universität. Zehn Studierende haben sich schließlich zusammengeschlossen um Welwitschia in Tübingen zu vertreten. Auf dem Afrika-Festival am vergangenen Wochenende führten sie ihr erstes gemeinsames Projekt durch.

Bereits zum sechsten Mal wurde das Festival von der Gruppe AfrikAktiv organisiert, für die Regionalgruppe war schnell klar, dass so eine Gelegenheit nicht ungenutzt bleiben soll. Bereits bei ihrem ersten Treffen beschlossen die Studierenden eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. Das Bild von afrikanischen Ländern in den deutschen Medien wird von Begriffen und Themen wie “Armut”, “AIDS” oder “Hunger” dominiert. Mit der Ausstellung soll dieses Bild diversifiziert werden. Hierfür wurden NamibierInnen nach ihrer Vorstellung von Deutschland befragt sowie Deutsche zu Namibia. Herausgekommen sind mehrere Texte und Bilder die beim Afrika-Festival zum ersten Mal vorgeführt wurden. Die BesucherInnen wurden durch unseren Pavillon geführt und der Hintergrund der Ausstellung erklärt. Als Informationsstand ist es nicht einfach auf solch einem Festival Aufmerksamkeit zu erlangen. Mit dieser Ausstellung haben wir das jedoch geschafft. Sehr interessiert lasen die BesucherInnen die Texte und begutachteten die Bilder, das Echo war durchweg positiv.

Insgesamt waren die zehn Mitglieder der Regionalgruppe 41 Stunden über vier Tage verteilt auf dem Festival vertreten, eine tolle Leistung! Es wurden viele Kontakte geknüpft und auch Spenden eingesammelt die wir für unsere Aktivitäten in Deutschland und Namibia verwenden können.

Die Regionalgruppe versucht nun für diese Ausstellung einen Raum zu finden, in dem die Exponate über mehrere Wochen ausgestellt werden können.

Vielen Dank an Dietmar Rauskolb für die Bilder!

Vorbild mit guten Vibrations – EES im Interview

In Namibia ist er ein Superstar, in Deutschland noch ziemlich unbekannt. Dabei lebt EES mittlerweile seit über zehn Jahren in Köln. Hier will er die Nam Flava Music, seine eigene Mischung aus namibischen Kwaito, Reggae und Hip-Hop, berühmt machen und die Menschen motivieren. Wir haben den 31jährigen in Köln-Mühlheim getroffen.

Welwitschia: EES, wie hat es dich nach Köln verschlagen?

Als ich den Plan gefasst hatte, nach Deutschland zu kommen, habe ich am Strand von Namibia meinen ehemaligen Chef kennengelernt. Der hat in Namibia Urlaub gemacht und mich gefragt: „Was willst du machen? Dann komm mal rüber!“ Da hatte ich gerade meine Ausbildung in Südafrika abgeschlossen. Dort hatte ich auch einen Plattenvertrag, der kurz vorher geplatzt war. Dann dachte ich mir: Ich will einfach erst einmal raus aus Afrika. Denn du hast so viel aufgebaut und gemacht – und dann ist alles geplatzt. Und natürlich die Liebe. Das war auch der Hauptgrund, warum ich hier hin wollte. Ich habe eine deutsch-italienische Freundin, die eine lange Zeit in Namibia gewohnt hat und dann zurück nach Deutschland gezogen ist.

Welwitschia: Seitdem wohnst du hier?

EES Interview mit Welwitschia in KölnJa, seitdem wohne ich hauptsächlich in Köln, bin aber sehr viel unterwegs. Ich verbringe etwa drei bis fünf Monate im Jahr in Namibia. Obwohl es langsam ein bisschen weniger wird, weil ich mich mehr auf den europäischen Markt konzentrieren will als auf den afrikanischen. Da bist du ein bisschen limitiert, in Europa sind die possibilities noch größer. Und ich finde einfach dieser Sound, den wir da unten haben, der hat so etwas cooles, so etwas besonderes, dass wir ihn nicht für uns behalten sollten. Wir sollten ihn mit den Leuten hier teilen.

Wenn ich sehe, wie Musik gebraucht wird, um violence und negativity und materialism zu pushen, denk ich mir: Lass uns doch lieber das Tanzen pushen. Lass uns das Feeling pushen. Meine Mission ist, Kwaito und die afrikanische Musik hier bekannt zu machen. Und auch den Style, das Lockere, die kurzen Hosen zum Beispiel und den Stoffschlapphut. Deshalb mach ich auch diese ganzen Videos, um den Leuten zu zeigen: „Hey check, so ziehen wir uns bei uns an, so macht man Feuer, so jagt man ein Rhino.“

Welwitschia: Du willst mit deiner Musik also Gutes tun?

Ja, denn Musik hat so viel Power, um Leute zu beeinflussen. Leider gebrauchen viele Künstler diese Power sehr egoistisch und sagen: Wenn ich jetzt einen Song über Geld und halbnackte Frauen mache, wird mein Video mehr geguckt, dann kaufen mehr Leute meine CD. Ich, ich, ich – mehr Verkäufe, mehr Fame, anstatt zu sagen: Lass mich doch ein Video machen über Education, Zusammenhalt, Nation Buildung. Das würden die Leute sehen und denken: Das geht im Video, dann geht das auch im echten Leben. Denn was du siehst, nimmst du auf. As an artist, you have great power, and with great power comes great responsibility. Aber die Leute werden durch Medien wie RTL2 auch echt verblödet. Das heißt, man schwimmt hier gegen eine große Welle an.

Welwitschia: Ist das anstrengend?

Das ist sehr anstrengend. Aber zum Glück gibt die Musik einem sehr viel Kraft, um in der Richtung weiterzumachen. Oft kriegt man so kleine inspirations, wenn dir jemand eine Message schreibt und sagt: „Ich seh‘ was du machst, ich verstehe es, ich finde es cool, ich supporte dich.“ So ein Brief in der Woche, da hat man schon wieder Power für zwei Wochen. Das ist cool.

Welwitschia: Du nimmst die Verantwortung also an?

Ja, und es bringt dir ganz wenig Geld, und das ist das Problem: Du siehst andere Künstler, die machen, was einfach ist für den Markt und siehst, wie die mit einem heavy Speed an dir vorbeiziehen. Und wie viele tausende Millionen Leute die erreichen mit ihren schlechten Motiven. Das ist ein bisschen frustrierend.

Welwitschia: Aber du hast ja die Wahl.

Ja, die hab ich. Ich kann auch das machen, was die anderen machen. Aber kann ich dann abends schlafen gehen und mir sagen: Das ist die Kunst, die ich der Welt schenke? Wem hilft das? Wen motiviert das? Musik ist ja Vibration. Diese Vibrations treffen deinen Körper. Das heißt, du bist in einer ganz normalen Stimmung. Hörst einen traurigen Song, noch einen, noch einen, dann fühlst du dich irgendwann traurig. Dein Körper besteht ja aus Molekülen, die auch die ganze Zeit vibrieren Diese Vibrations können einiges bewirken.

Welwitschia: Also siehst du auch deine Vorbildfunktion?

Auf jeden Fall, denn die Leute sehen ja, was du machst, auf Facebook, Instagram, Youtube und so weiter. Wenn ich mir einen Joint reinziehe und denke: „Uh, ich bin cool, weil ich einen Joint rauche“, dann denken die Zehnjährigen: „Der ist cool, der zieht sich einen Joint rein.“ Mein Image ist eher: Kein Alkohol, keine Drogen. Wenn ich in einen Club gehe, würde keiner mir ein Bier kaufen. Obwohl alle mir ein Bier kaufen wollen. Aber sie wissen: der EES trinkt ja keinen Alkohol.

Welwitschia: Wo wir über Zehnjährige sprechen: Wie empfindest du die Bildungssituation in Namibia?

In Namibia wird es immer besser, step by step. Man kann dabei zugucken. Natürlich sind wir noch immer nicht da, wo wir sein sollten. Bildung ist eines der wichtigsten Dinge, denen man in Namibia noch mehr Power geben sollte. Denn Bildungsmangel führt zu Armut, führt zu Kriminalität, und so weiter… Wenn man sich um die Bildung kümmert, kümmert man sich gleichzeitig auch um vieles andere. Namibia macht schon viel dafür. Aber es ist auch an uns Vorbildern, Künstlern, Politikern da auch noch Druck zu machen.

Welwitschia: Die Verantwortung liegt also nicht allein bei der Regierung?

Nein, bei allen eigentlich. Auch bei den Eltern. Die müssen auch als Vorbild funktionieren und ihre Kinder zur Schule schicken. Auf den Dörfern gibt es manchmal noch nicht diesen Druck, da reicht es, wenn die Kinder auf die Rinder aufpassen. Aber grundsätzlich wird schon Druck gemacht. Bei den Lehrern könnte man, glaube ich, auch noch etwas verbessern. Da hört man manchmal Geschichten, dass welche besoffen in die Schule kommen.

Welwitschia: Es gibt ja auch aus Deutschland einige Bildungsinitiativen. Wie stehst du dazu?

Das PASCH-Institut, das die MLH (Martin Luther High School d.Red.) unterstützt, ist eine super Sache, finde ich. Wie gesagt: Die Deutschen machen sehr viel. Wie Omaruhu Heaven, Namibia Kids e.V. und Welwitschia. Da wird viel getan – von Deutschland aus. Powerful. Die Deutschsprachigen in Namibia leben eher ihr Leben und machen ihr eigenes Ding. Aber Annette und Jan Oelofse, die Naturschützer und Gründer des Okonjati Wildreservats, haben eine eigene Schule für ihre Safari Lodge gebaut – für 35 Kinder. Sie bezahlen alles, die ganze Bildung bis zur sechsten oder siebten Klasse. Das ist super, was sie da machen.

Welwitschia: Du kennst das Leben in Deutschland und Namibia ja gleichermaßen. Was gefällt dir hier besser, was dort?

EES Interview mit Welwitschia in KölnWas die technische Ausstattung angeht, ist Deutschland echt super. Wenn du im südlichen Afrika Sachen kaufst, gibst du eine Menge Geld aus. Namibische Internetverbindungen sind für Afrika sehr gut. Im Vergleich zu Deutschland natürlich schlecht. Aber es wird immer besser, in fünf Jahren sind wir da, wo Deutschland jetzt auch ist. Es ist auch cool immer wieder nach Hause zu kommen und jedes Mal diese kleinen Verbesserungen zu sehen.

In Deutschland fehlt mir ein bisschen das Lockere – was logisch ist. Wenn Winter ist, kannst du nicht locker sein. Du brauchst Sonne, um locker zu sein. Deshalb sieht man, wenn der Sommer kommt, wie angenehm die Deutschen auf einmal werden. In Namibia wiederum sind die Leute nicht so pünktlich, was auch verständlich ist, denn aus der Geschichte kennen sie es nicht, dass ein sechs Monate langer Winter kommt: Wenn ich im Sommer nicht arbeite, dann verrecke ich im Winter. Bei uns drückt man etwas in den Boden, das wächst dann schon.

Welwitschia: Was vermisst du hier am meisten?

Ich vermisse meine Familie, aber da kann Deutschland nichts für. Und es ist das Locker-Freundliche, das ist was mir ein bisschen hier fehlt. Das sagen auch viele Leute, wenn sie nach Namibia kommen: Die Leute sind herzlich und warm. Hier sind sie freundlich und höflich, aber das herzliche fehlt manchmal. Klar hast du ein paar Spots, bei denen du denkst: Ja, in dieser kölschen Kneipe war es nice. Aber im Generellen ist es ein bisschen abgegrenzter. In Namibia kannst du dich nicht so abgrenzen, weil das Land dafür einfach zu klein ist.

Welwitschia: Was ist dein Plan für das nächste Jahr?

Ich will größer auf Youtube werden. Weil ich einfach sehe, wie powerful Youtube jetzt wird. Youtuber, die eigentlich kein Talent für Musik haben, machen jetzt Songs und diese Songs kommen in die Charts. Eigentlich traurig. Aber wenn du sie nicht besiegen kannst, verbünde dich. Das will ich jetzt gerne mehr machen, darauf konzentriere ich mich. Ich werde auch nicht mehr so viele Alben produzieren sondern mehr Singles. Warum sollte sich jemand ein Album kaufen, wenn er 33 Millionen Songs im Internet hören kann? Und auf Youtube ist die Nachfrage riesengroß.

Welwitschia: Kannst du deine Message in einem Satz zusammenfassen?

In einem Wort: Motivation. Positive Motivation. Wenn du an einem tiefen Punkt bist, will ich, dass du meinen Song hörst und denkst: „Ach komm, ich versuch’s nochmal!“

Welwitschia: EES, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Ines Bresler

Schaut euch das aktuellste Video von EES hier an:

Abschlussbericht der ASA Nordphase

Von April bis Juli waren unsere beiden ASA-Stipendiatinnen Anna und Eva in Deutschland und haben sich im Rahmen des SüdNord-Programms für Welwitschia engagiert. Bevor es bald mit der Südphase in Namibia weitergeht fassen sie hier die Aktivitäten, Erlebnisse und Erfahrungen für euch zusammen. Wir bedanken uns für euer Engagement und freuen uns schon sehr auf die gemeinsame Zeit mit euch in Namibia

Hier in Deutschland wirkt der afrikanische Kontinent weit weg. Beziehen wir uns auf die Medien, dann sind die afrikanischen Länder ein Paradies für Tiere, aber kein schöner Platz für Menschen: Armut, Hunger, Epidemien und Krisen prägen das tägliche Leben. Jede Menge schlechter Nachrichten und Dokumentationen über den “wilden Kontinent” erreichen uns – und liefern ein nicht vollständiges Bild und oft falsche Vorstellungen. Und obwohl wir mit manchen Ländern eine gemeinsame Geschichte teilen, ist unser Wissen darüber manchmal nur sehr gering.

Als deutsch-namibisches Team haben wir, Eva Shitaatala und Anna-Paloma Sasse, öffentliche Vorträge und Workshops in verschiedenen Schulformen und unterschiedlichen Klassenstufen gehalten, in denen wir uns mit genau diesem Thema auseinander gesetzt haben, aber auch über das politische und Bildungssystem sowie über die koloniale Vergangenheit Namibias – die Grundlage der aktuellen Debatte um die Anerkennung des Völkermordes an den Nama und Herero Anfang des 19. Jahrhunderts ist – gesprochen.

Workshops an Schulen

Die Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialvergangenheit findet nicht in allen Schulen statt. Doch wie ein Blick in die Zeitung zeigt, handelt es sich bei der deutsch-namibischen Verbindung nicht um etwas, das sich auf die Vergangenheit beschränkt. Aber wie viel wissen Schüler eigentlich über das Land? Genau mit dieser Frage sind wir in unsere Workshops eingestiegen und haben durchgängig ein einheitliches Bild bekommen: Wir wissen „wenig“ bis „gar nichts“. Doch wenn wir anschließend gefragt haben, was sich die Schüler vorstellen, wenn sie an Namibia denken, dann haben wir zahlreiche Begriffe genannt bekommen, mit denen wir ein anschauliches Bild über die Vorstellungen der Schüler an die Tafel gebracht haben. Besonders bei jüngeren Schülern entsprachen die Aussagen der „typischen“ Vorstellung vom armen Kontinent, wo Kinder nicht zur Schule gehen und die Menschen keinen Strom haben; wo Menschen in Häusern ohne Türen leben und Hunger leiden.

Die Konzeption unserer Workshops zielte darauf ab, das Bild von Namibia in Deutschland zu diversifizieren, sowie über die historische wie auch aktuelle Beziehung zwischen Deutschland und Namibia aufzuklären. Wir wollten den Schülern aber nicht vermitteln, dass ihre Vorstellung falsch ist, sondern dass sie vielmehr unvollständig ist. In einer kurzen Präsentation zu Beginn jedes Workshops zeigten wir ein vielfältigeres Bild über Namibia auf und haben dabei auch nicht die Schattenseite „Armut“ unter den Teppich gekehrt. Durch die interaktive Gestaltung gaben wir Raum, in dem sich die Schüler selbst darüber bewusst werden konnten, welch einseitiges Bild hier in Deutschland ankommt, und dass sie sich Gedanken darüber machen, welche Auswirkung eine einseitige Sichtweise auf unseren Alltag haben kann.

Die Schüler waren häufig überrascht, Seiten von Namibia kennenzulernen die so gar nicht ihrer Vorstellung entsprechen und fanden es spannend, Informationen zu dem Land zu erhalten, in dem noch heute so viele Überbleibsel der deutschen Kolonialzeit im täglichen Leben zu finden sind. Und trotz der Herausforderung den 90minütigen Workshop auf Englisch zu folgen, zeigten die Schüler viel Interesse – auch wenn die Sprache manchmal hinderlich war, eine lebhafte Diskussion zu führen.

Vorträge

Welwitschia – Bildungsinitative für Namibia e.V. unterstützt junge NamibierInnen auf deren Bildungs- und Karriereweg. Doch wie genau sieht die Bildungssituation in Namibia aus? Seit der Unabhängigkeit versucht das Land viel, die negativen Hinterlassenschaften der Bantu Education zu überwinden und investiert viel in das Bildungssystem. Mit Rückblick auf den geschichtlichen Hintergrund haben wir in verschiedenen Vorträgen an Universitäten und öffentlichen Einrichtungen einen Überblick über Errungenschaften, aber auch über noch immer bestehende Herausforderungen gegeben.

Deutschlandweit unterwegs, ging es neben diesem Thema aber auch um den Umgang mit Stereotypen in der Bildungsarbeit, das politische System in Namibia und die deutsch-namibische Beziehung.

ASASeminare

Wichtiger Bestandteil des ASA-Programms sind die mehrtägigen Seminare. Zwei Mal für sechs Tage nahmen wir mit etwa 60 anderen ASA-TeilnehmernInnen an den Seminaren teil.

Ein zentraler Punkt in der Vorbereitung für den bevorstehenden Auslandsaufenthalt ist es, über globale Machtstrukturen aufzuklären und es den ASA-TeilnehmerInnen zu ermöglichen, die eigene Position im globalen Gefüge zu reflektieren und sich der eigenen Rolle bewusst zu werden. Dabei wurde stark Bezug auf den strukturellen Rassismus (nicht gleichzusetzen mit Rechtsextremismus) genommen und verschiedene Themen, die mit Diskriminierung und Privilegien in Verbindung stehen, besprochen. Gleichzeit gaben die Seminare Raum für eigene Lernerfahrung und den Austausch mit anderen TeilnehmerInnen aus dem globalen Norden und Süden.

Interkulturelle Begegnung

Als internationales Tandem war es unser Ziel, auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten, uns zu ergänzen und voneinander zu lernen. Die intensive Zeit zusammen war nicht immer reibungslos, doch über das Zusammentreffen zweier Menschen, die gemeinsam das Projektpraktikum durchleben, haben sich auch zwei Menschen gefunden, die miteinander reisten, kochten, lachten und diskutierten und Freunde wurden.

Aber nicht nur auf persönlicher Ebene ist ein solches interkulturelles Team eine Bereicherung. In den Workshops und Vorträgen war es sehr wertvoll, dass nicht nur jemand aus Deutschland über Namibia, sondern jemand vom eigenen Land berichten kann. Es war zu merken, dass es eine besondere Chance war, Fragen aus erster Hand beantwortet zu bekommen und gab besonders in den Schulklassen den Gesprächen eine andere Gewichtung. Besonders die Frage einer Schülerin an Eva blieb uns dabei im Gedächtnis: „Wie geht es dir damit, wenn wir so falsche Dinge über dein Land denken?“.

Herausforderungen

Welwitschia – Bildungsinitiative für Namibia e.V. ist ein sehr junger und noch recht unbekannter Verein, und die Auseinandersetzung mit Themen die in Verbindung mit Namibia stehen scheinen oftmals sehr speziell, weshalb das Interesse an unserer Arbeit oft nicht auf großen Rücklauf stieß. Dadurch war es schwierig, Termine in Schulen zu bekommen und wir uns auf persönliche Kontakte beziehen mussten. Auch bei den Vorträgen waren oftmals nur wenige Zuhörer anwesend.

Und auch zwischenmenschlich lief nicht immer alles reibungslos. Doch ganz im Sinne von ASA Programm als Lernprogramm, konnten wir alle aufkommenden Schwierigkeiten gut meistern, indem wir offen miteinander kommuniziert und Lösungen gesucht haben – und Schwierigkeiten zu wertvollen Lernerfahrungen wurden.

Bundesregierung erkennt Genozid an

In dieser Woche ist wahrlich historisches passiert. Nachdem Bundestagspräsident Horst Lammert bereits am Mittwoch von Völkermord gesprochen hat, zog gestern die Bundesregierung nach und bekennt sich nun offiziell zum Völkermord an den Hereros und Namas.

Der Hintergrund

1884 wurde Namibia offiziell zum deutschen Schutzgebiet erklärt. Jedoch nicht nur die unwegsame Landschaft erschwerte das Vorhaben Namibia zu deutschem Gebiet zu erklären, sondern auch die lokale Bevölkerung. Durch die deutsche Besatzung verlor die Bevölkerung einen großen Teil ihres Landes, teilweise auch durch Mithilfe des Herero Chiefs Samuel Maharero. Über die gesamte deutsche Besatzungszeit gab es im ganzen Land kleinere und größere Scharmützel und Aufstände. Eben jener Maharero lehnte sich schließlich aber doch gegen die Deutschen auf und rief 1904 alle Hereros auf, den Deutschen den Krieg zu erklären aufgrund deren Repressionen sowie des Land- und Bedeutungsverlustes. Zu Beginn des Jahres brannten Hereros Dutzende Farmen in der Gegend um Okahandja nieder und töteten zwischen 123 und 150 Siedler. Aufgrund dieser Aufstände wurde der Landeshauptmann Curt von François, unter anderem aufgrund seiner noch bestehenden Bereitschaft zu verhandeln, abberufen und Lothar von Trotha nach Namibia entsandt. Die Aufstände gipfelten schließlich in der Schlacht am Waterberg, wo sich die Hereros, etwa 80.000 Menschen, zurückgezogen hatten.  Von Trotha plante den Angriff auf die Hereros auf den 11. August 1904 wo deutsche Truppen die Hereros umzingelten. Obwohl mit der Guerilla-Taktik den Deutschen Nadelstiche gesetzt werden konnten, mussten die Hereros der technischen Unterlegenheit Tribut zollen, durchbrachen an einer Schwachstelle in den deutschen Reihen und flohen durch die Omaheke-Wüste Richtung Betschuanaland (heute Botswana). Deutsche Einheiten verfolgten die Hereros und vertrieben sie von den Wasserstellen. Am 2. Oktober 1904 erging von Trothas berühmter Schießbefehl.

Um Missverständnissen vorzubeugen wird hier der gesamte Befehl zitiert:

Ich, der große General der deutschen Soldaten, sende diesen Brief an das Volk der Herero. Die Hereros sind nicht mehr deutsche Untertanen. Sie haben gemordet und gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen und andere Körperteile abgeschnitten, und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr kämpfen. Ich sage dem Volk: Jeder der einen der Kapitäne an eine meiner Stationen als Gefangenen abliefert, erhält 1000 Mark, wer Samuel Maharero bringt, erhält 5000 Mark. Das Volk der Herero muß jedoch das Land verlassen.
Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit und ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen. Dies sind meine Worte an das Volk der Hereros.
Der große General des mächtigen deutschen Kaisers.

Er fügte schließlich noch folgenden Zusatz an:

Dieser Erlaß ist bei den Appells der Truppen mitzuteilen mit dem Hinzufügen, daß auch der Truppe, die einen der Kapitänen fängt, die entsprechende Belohnung zuteil wird und das Schießen auf Weiber und Kinder so zu verstehen ist, daß über sie hinweggeschossen wird, um sie zum Laufen zu zwingen. Ich nehme mit Bestimmtheit an, daß dieser Erlaß dazu führen wird, keine männlichen Gefangenen mehr zu machen, aber nicht zu Grausamkeiten gegen Weiber und Kinder ausartet. Diese werden schon fortlaufen, wenn zweimal über sie hinweggeschossen wird. Die Truppe wird sich des guten Rufes des Deutschen Soldaten bewußt bleiben.

der Kommandeur
gez. v. Trotha, Generalleutnant.

Das Resultat dieser Politik wurde 1911, beim ersten Zensus seit 1904, offensichtlich: Von schätzungsweise 80.000 Hereros lebten dann noch 15,130, von circa 20.000 Namas, die den Hereros unterstützend zur Seite standen, überlebten 14.326. Der Großteil der Opfer kam dabei in der Omahake-Wüste ums Leben, mehrere Hundert in eigens eingerichteten Konzentrationslagern.

Die Anerkennung als Genozid

Schon seit vielen Jahren versuchten sowohl deutsche Parteien im Bundestag mit Anfragen den Völkermord an den Herero in die Debatte einzubringen als auch mehrere namibische Delegationen, die erreichten dass, damals in Deutschland zu “wissenschaftlichen” Untersuchungen eingelagerte namibische Totenschädel teilweise zurückgegeben wurden. Auch eine Entschuldigung der damaligen Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul während ihres Besuches zum 100jährigen Gedenken führte nicht zu einer entsprechenden Reaktion der gesamten Regierung.

Nun, 11 Jahre später, ist überraschenderweise schnell Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Jahrzehntelang weigerten sich die Bundesregierungen die Verbrechen als Genozid anzuerkennen mit der Begründung, dass der Begriff “Völkermord” erst 1948 von den Vereinten Nationen eingeführt wurde und so nicht auf die Situation in Namibia angewandt werden kann. 2012 wurde das Thema prominent mit einer gemeinsamen Anfragen von SPD und Grünen, dass der Bundestag die schwere Schuld, “die deutsche Kolonialtruppen mit den Verbrechen an den Herero, Nama, Damara und San auf sich geladen haben”, anerkennen solle. Diese Anfrage wurde unter anderem von dem damaligen Oppositionspolitiker und heutigem Außenminister Frank-Walter Steinmeier unterschrieben.

Diese Woche überreichten schließlich mehrere NGOs und die namibische Parlamentsabgeordnete Ida Hoffmann dem Bundespräsidialamt eine Petition mit der Forderung die Verbrechen als Genozid anzuerkennen. Unter anderem führte dies nun dazu, dass die Bundesregierung von nun an diese Leitlinie verfolgt: “Der Vernichtungskrieg in Namibia von 1904 bis 1908 war ein Kriegsverbrechen und Völkermord.” Ob es eine offizielle Entschuldigung und Reparationszahlungen geben wird, ist noch nicht klar.

Ein großer Schritt

Dies ist ein großer Schritt in den deutsch-namibischen Beziehungen und wird positive Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Deutschen und NamibierInnen sowohl in Deutschland als auch Namibia haben. Die weitere Entwicklung bleibt nun abzuwarten, speziell im Hinblick auf eine offizielle Entschuldigung und weitere Maßnahmen der Versöhnung wie die Rückgabe der übrigen Schädel die in Deutschland noch aufbewahrt werden.

Literatur für die geschichtliche Einordnung:

Glocke, N., 1997. Zur Geschichte der Rheinischen Missionsgesellschaft in Deutsch-Südwestafrika unter besonderer Berücksichtigung des Kolonialkrieges von 1904 bis 1907. Bochum: Universitätsverlag Dr. N. Brockmeyer.
Wallace, M., 2015. Geschichte Namibias. Basel: Basler Afrika Bibliographien.
Zimmerer, J. 2001, Deutsche Herrschaft über Afrikaner. Hamburg: Lit-Verlag

Herero Genozid

Quelle: commons.wikipedia.org

Vortrag in Tübingen am 18.06.2015

Im Donnerstag, 18.06.2015 um 18 Uhr findet im Schloss Hohentübingen, im Seminarraum 03 in der Ethnologie, ein Vortrag unserer beiden ASA-Praktikantinnen Eva und Anna mit dem Thema “Namibia – Just another African Country?” statt.

Alle sind herzlich eingeladen, Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Eine kurze Beschreibung um was es genau geht, findet ihr hier. Sie ist auf Englisch da der Vortrag ebenfalls auf Englisch sein wird.

Being located in Germany, the African continent seems so far. Referring to media, the life in African countries means a paradise for animals but hell for humans: poverty, hunger, epidemics, constitutional crisis and war seems to be contained in everyday life. A lot of bad news and documentaries about the “wild continent” are reaching us and create a lacking image about “Africa”.

But this image is not representing reality. Although we have a close relation to some of the African countries, our knowledge about them is sometimes minimal. One example for this is Namibia. There, Germany seems to be present everywhere – not only because of the colonial history but also because of the 80,000 German tourists that visit the country every year.

This presentation is going to highlight the connection between Germany and Namibia and show that Namibia is more than another poor country like the media portraits. At the same time, we want to open the discussion about today’s relation between Germany and Namibia and how we handle our colonial past.

Namibia

Mitgliederwochenende

Am Wochenende vom 01. bis 03. Mai trafen sich die Mitglieder von Welwitschia zu einem Gedankenaustausch über die Zukunft des Vereins in Bonn. Am Freitag trafen wir uns zunächst bei unserem Vorstandsmitglied Johannes zu einem gemütlichen Beisammensein. Danach ging es in die Bonner Innenstand, wo wir einen öffentlichen Vortragsabend organisiert hatten. Nach einer kurzen Vorstellung des Vereins durch Philipp und der namibischen Schwesterorganisation durch Eva, erklärte unsere ASA-Stipendiatin Anna die aktuelle Kooperation zwischen Welwitschia und dem ASA SüdNord-Programm. Der Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Ester Shatipamba, einer Namibierin, die in Bamberg wohnt und in Cottbus Ressourcen- und Umweltmanagement studiert hat. Sie erzählte über das namibische Bildungssystem allgemein und schilderte eindrucksvoll ihren persönlichen Weg.

Am nächsten Tag begann die Arbeit für alle mit einem gemeinsamen Frühstück in den Räumen des Verbandes für binationale Familien, dem wir auf diesem Weg nochmal für diese Möglichkeit danken möchten. Anschließend diskutierten wir intensiv über die Zukunft des Vereins und die Möglichkeiten neue Mitglieder zu werben. Viel Zeit nahm zudem die Planung neuer Projekte in Anspruch. Mit Eva, der Vorsitzenden von Welwitschia in Namibia, tauschten wir uns über die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Organisationen aus. Nach einem anstrengenden Tag konnten wir den Abend in der Bonner Rheinaue bei „Rhein in Flammen“, einem großen Feuerwerk, ausklingen lassen.

Noch müde vom letzten Abend schlossen wir am Sonntag das Wochenende bei einem gemeinsamen Frühstück ab. Das Wochenende war sehr erfolgreich und die neuen Impulse werden bestimmt alle in den nächsten Monaten spürbar mitbekommen.