Mitgliederwochenende

Am Wochenende vom 01. bis 03. Mai trafen sich die Mitglieder von Welwitschia zu einem Gedankenaustausch über die Zukunft des Vereins in Bonn. Am Freitag trafen wir uns zunächst bei unserem Vorstandsmitglied Johannes zu einem gemütlichen Beisammensein. Danach ging es in die Bonner Innenstand, wo wir einen öffentlichen Vortragsabend organisiert hatten. Nach einer kurzen Vorstellung des Vereins durch Philipp und der namibischen Schwesterorganisation durch Eva, erklärte unsere ASA-Stipendiatin Anna die aktuelle Kooperation zwischen Welwitschia und dem ASA SüdNord-Programm. Der Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Ester Shatipamba, einer Namibierin, die in Bamberg wohnt und in Cottbus Ressourcen- und Umweltmanagement studiert hat. Sie erzählte über das namibische Bildungssystem allgemein und schilderte eindrucksvoll ihren persönlichen Weg.

Am nächsten Tag begann die Arbeit für alle mit einem gemeinsamen Frühstück in den Räumen des Verbandes für binationale Familien, dem wir auf diesem Weg nochmal für diese Möglichkeit danken möchten. Anschließend diskutierten wir intensiv über die Zukunft des Vereins und die Möglichkeiten neue Mitglieder zu werben. Viel Zeit nahm zudem die Planung neuer Projekte in Anspruch. Mit Eva, der Vorsitzenden von Welwitschia in Namibia, tauschten wir uns über die zukünftige Zusammenarbeit der beiden Organisationen aus. Nach einem anstrengenden Tag konnten wir den Abend in der Bonner Rheinaue bei „Rhein in Flammen“, einem großen Feuerwerk, ausklingen lassen.

Noch müde vom letzten Abend schlossen wir am Sonntag das Wochenende bei einem gemeinsamen Frühstück ab. Das Wochenende war sehr erfolgreich und die neuen Impulse werden bestimmt alle in den nächsten Monaten spürbar mitbekommen.

Welwitschia lädt ein

Vor kurzem wurden in Namibia 25 Jahre Unabhängigkeit gefeiert. Eine lange Zeit in der viele Veränderungen stattgefunden haben. Vor allem die engagierte namibische Jugend treibt den Wandel voran. Diese wird im Rahmen der Abendveranstaltung, am Freitag, 1.5.2015 ab 20.00 Uhr, im MIGRApolis-Haus der Vielfalt, Brüdergasse 16-18, aktuelle gesellschaftspolitische Themen in Namibia beleuchten. Abgerundet wird das Programm durch einen Expertenvortrag und namibische Speisen und Getränke, der Eintritt ist frei.

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Laptop gesucht!

Wir suchen für unsere beiden ASA-Praktikantinnen einen Laptop damit sie diesen für ihre Vorträge an Unis und Schulen nutzen können. Diesen Laptop wird Eva anschließend nach Namibia nehmen, damit Welwitschia in Namibia ihn dort für Bewerbungstrainings und NutzerInnen im Büro zur Verfügung zu stellen.
Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn jemand zu Hause etwas Platz schaffen möchte und uns einen Laptop zur Verfügung stellen könnte!

ASA-Austausch: Welwitschia führt Einführungswoche durch

Die lange Zeit der Planungen (seit August 2014) des ersten, von Welwitschia organisierten, Austausches ist vorbei. Eva Shitaatala, die namibische Teilnehmerin, ist am 3. April gut in Bielefeld angekommen und hat sich über das Osterwochenende gut in ihrer Gastfamilie eingelebt. Auch die deutsche Teilnehmerin, Anna Sasse, ist seit Beginn der Woche in Bielefeld. Beide werden gemeinsam zunächst für drei Monate gemeinsam in Bielefeld für Welwitschia Deutschland Schulworkshops ausarbeiten und durchführen. Im Anschluss ist ein dreimonatiges Praktikum bei der Partnerorganisation Welwitschia in Namibia geplant.

Die nun zu Ende gegangene Einführungswoche bot genügend Platz um sich gegenseitig kennenzulernen. Dies betrifft einerseits die Teilnehmerinnen unter sich, aber auch das Kennenlernen unserer Organisation. Sowohl Eva, die seit einem Monat Vorstandsvorsitzende von Welwitschia in Namibia ist, als auch Anna identifizieren sich vollkommen mit den Grundsätzen unseres Vereins. Eine sehr gute Voraussetzung Welwitschia gut nach außen hin zu repräsentieren. Die Einführungswoche beinhaltete außerdem eine Einführung in das Globale Lernen, verschiedene Methoden zur Durchführung von Workshops und zusätzlich konnten einige organisatorische Fragen geklärt werden. Dabei teilten sich die Vorstandsmitglieder Julia, Carsten und Johannes die einzelnen Aufgabengebiete untereinander auf. Zu den Abendaktivitäten (gemeinschaftliches Kochen, Kino und Restaurant) stießen schließlich noch unsere Mitglieder Katharina, Kerstin und Isabel dazu.

Am Sonntag werden Anna und Eva zu einem fünftägigen ASA-Seminar anreisen und sich tiefgehend mit verschiedenen Themen des Globalen Lernens auseinandersetzen. Das Seminar bietet außerdem die Möglichkeit sich mit anderen Projekt-Teams zu vernetzen und auszutauschen.

Im Anschluss an das Seminar beginnt die eigentliche Arbeit von Anna und Eva mit dem Ausarbeiten und Durchführen der Workshops. Während unseres Mitgliederwochenendes vom 1. bis 3. Mai werden sie ebenfalls teilnehmen. Die Planungen für eine öffentliche Veranstaltung im Rahmen des Wochenendes, bei der die beiden einen Beitrag leisten würden, laufen derzeit noch.

Welwitschia-Seminar an der Uni Tübingen

In Kooperation mit Welwitschia fand im Wintersemester 2014/15 an der Universität Tübingen das Seminar „Alternative Wege zu Bildungs- und Berufschancen in Namibia“ statt. Folgender Artikel einer teilnehmenden Studierenden berichtet über die Entwicklungen während des Seminars und das Projekt namshare.education, das aus diesem entstanden ist.

Während unseres Seminars wurde Namibia für uns, eine Gruppe von 23 Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen, zu einem Land mit vielen Unterschieden, weitreichender Kultur und Geschichte. Entwicklungszusammenarbeit stellte sich als schwere Gratwanderung heraus und auch das Projektmanagement, vor allem aber erst einmal die Projektfindung war nicht ganz so leicht, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Anregende Beiträge von außerhalb wie der Einblick in den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit von Deutschland und Baden-Württemberg, eine Vorstellung des Unternehmens Schwenk Zement und seiner Arbeit in Namibia, sowie die intensive Auseinandersetzungen mit dem Thema „Critical Whiteness“,  Projektmanagement und dem Schulsystem in Namibia, haben uns geholfen, herauszufinden, was wir uns von dem Seminar erhoffen, und was für ein Projekt wir daraus entwickeln könnten. Auch die Referate der Teilnehmenden über Namibias Geschichte, Kultur, Natur und Politik haben dazu beigetragen einen besseren Einblick zu bekommen und Namibia – so gut es aus der Ferne eben geht – ein Stück weit kennenzulernen.

Da ein Semester dann doch schneller vorüber geht, als man anfangs erwartet, waren wir letztendlich sehr froh, dass neben Diskussion, Reflexion und Planzusammenstellung noch Zeit war, ein tolles Projekt zu entwickeln. Hierbei war uns die Zusammenarbeit mit Namibiern sehr wichtig. Über den Kontakt zu Welwitschia in Namibia hatten wir auch die Gelegenheit mit Namibiern zu skypen und eine Umfrage an zwei Schulen in Namibia durchzuführen, bei der die LehrerInnen angeben konnten, auf welche Art und Weise ein Projekt im Rahmen des groben Themas „Bildung in Namibia“ entwickelt werden kann, das einen Beitrag zu Verbesserung der Bildungs- und Berufschancen in Namibia leisten könnte und im allgemeinen Chaos der Entwicklungszusammenarbeit nicht untergehen wird. Die LehrerInnen wurden konkret befragt, welche Art von Materialien sie für ihren Unterricht verwenden und welche sie sich zusätzlich wünschen.

Heraus kam die Idee einer Internetplattform (namshare.education), die gerade von einem namibischen Websidedesigner entwickelt wird. Sie soll Lehramtsstudierenden die Möglichkeit geben, sich über ihre Erfahrungen in der Schule auszutauschen, Unterrichtsmaterialien hochzuladen und sich über kulturelle und außeruniversitäre Events zu informieren. Die Idee einer solchen Internetplattform erschien uns deshalb als sehr sinnvoll und nachhaltig, weil sie sich durch die Beiträge der Benutzer weiterentwickeln kann und nicht von materiellen Ressourcen abhängig ist. Internet ist für die meisten Namibier über das Handy zugänglich. Somit sind sie nicht von Computern abhängig und haben unkomplizierten Zugriff zu den Informationen. Als Zielgruppe haben wir uns für Lehramtsstudierende entschieden, da wir in ihnen das Bindeglied zwischen schon ausgebildeten Lehrern und Lehrerinnen und den SchülerInnen sehen. Zudem ist das Internet als Kommunikationsmittel bei ihnen am weitesten verbreitet, was die Kontaktaufnahme erleichtert. In der von uns durchgeführten Umfrage gaben die meisten Befragten an, dass sie Schwierigkeiten haben, ihre SchülerInnen zum Lernen zu motivieren und ihnen der Umgang mit komplizierteren Schülern und Schülerinnen Probleme bereitet. Auf der Plattform können daher wissenschaftliche Materialien, didaktische Hilfestellungen, Anleitungen und Erfahrungsberichte hochgeladen werden, die den Lehramtsstudierenden helfen sollen, sich darauf vorzubereiten. Nicht nur durch die Umfrage, auch durch viele Aussagen und Berichte von NamibierInnen fiel uns auf, dass oftmals Motivation und Anreiz  für neue Perspektiven fehlen. Deshalb wird es auf der Internetplattform zudem Informationen zu möglichen Stipendien und Angeboten, die neue Perspektiven aufzeichnen sollen, geben.

Der Schwerpunkt der Plattform ist der Austausch untereinander. Wissen soll hier weitergegeben und Ideen erweitert werden können. Die Nutzer können durch die Beiträge anderer und den aktiven Austausch zu neuen Gedanken inspiriert werden. Es besteht jedoch nicht nur die Möglichkeit, allgemeine Erfahrungen mit anderen zu teilen und von anderen zu lernen, sondern auch konkrete Fragen zu stellen. Diese werden fachspezifisch und nach Altersstufen eingeordnet, um einen unkomplizierten Zugang zu Antworten bei bestimmten Fragen zu garantieren.

Den Voraussetzungen, dass das Projekt vor allem in Zusammenarbeit mit Namibiern erstellt werden soll, und möglichst nachhaltig wirksam ist, sind wir nun hoffentlich gerecht geworden und wir freuen uns, wenn die Webseite voraussichtlich ab Ende April online geht.

Nike Löble

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Eva Shitaatala – unsere ASA-Praktikantin

Welwitschia wird in Kooperation mit dem ASA SüdNord-Programm im Laufe des Jahres 2015, Eva Shitaatala für drei Monate als Praktikantin nach Deutschland senden.

Eva wird unterschiedliche Workshops an Schulen und Universitäten zum Thema Namibia halten. Ebenfalls sind Besuche von Berufs- und Karrieremessen geplant um ihr zu ermöglichen neue Ideen und Inspirationen mit nach Namibia zu nehmen. Nach ihrem Praktikum in Deutschland wird sie gemeinsam mit der deutschen Praktikantin Anna Sasse nach Namibia gehen, um dort gemeinsam an Welwitschia-Projekten vor Ort zu arbeiten.

Hier stellt sich Eva einmal selbst vor.

Ich heiße Eva Shitaatala und ich bin 26 Jahre alt. Meinen Bachelor-Abschluss in Environmental Health Sciences habe ich an der Polytechnic of Namibia abgeschlossen. Zurzeit bin ich als Dozentin am Tulipohamba Training and Assessment Institute tätig. Meine bisherigen Berufserfahrungen konnte ich bereits in nationalen, sowie auch internationalen, privaten und nichtstaatlichen Organisationen im Bereich des SHEQ (Safety, Health, Environment and Quality = Sicherheit, Gesundheit, Umwelt und Qualität) sammeln, sowie auch in Bereichen der Gemeindeentwicklung.

Zu meinen Interessen zähle ich; Lesen, Reisen und Freunde treffen. Ebenfalls stelle ich mich gerne neuen Herausforderungen.

Da ich in einer ländlichen Region aufgewachsen bin und wir unseren Lebensunterhalt von natürlichen Ressourcen bestritten, lernte ich sehr früh wie notwendig und wichtig die Natur und unsere Umwelt für uns sind.

Unsere Umwelt und ihr Schutz liegen mir sehr am Herzen und ich bin davon überzeugt, dass die Vorbeugung von Umweltzerstörung durch richtiges Ressourcen-Management möglich ist, als ein Beitrag um nationale Kapazitäten aufzubauen, mit dem Hinblick auf intensiveres Umweltmanagement, Forschung, Bildung und Gemeinwesenbewusstsein.

Meine Erfahrungen in der Gemeindeentwicklung und ehrenamtliche Tätigkeiten im Bereich des Tutorings und der Wohnungslosenhilfe in Newcastle, leiteten mich dazu mich mehr in Bildung zu investieren und mich bei der Erstellung eines Vorschullehrbuches zu beteiligen, welches später vom Bildungsministerium empfohlen wurde. Ich verstand, dass ich sehr vieles für Namibia im Bereich der Bildungsentwicklung erreichen könnte und ich bin davon überzeugt, dass Bildung ein vitaler Part ist für unser Leben und es das Recht von jedem einzelnen Kind sein sollte, uneingeschränkten Zugang zur Bildung zu besitzen.

Da ich schon seit längerem meine Ausbildung erweitern wollte, fand ich durch ausgiebigere Recherche Welwitschia und ihre Facebook Plattform NamCareerService, welche ständig Information über die besten Bildungschancen bietet. Seit dem wurde ich zur regelmäßigen Besucherin, die diese Seite auch an Freunde und Familie weiter empfiehlt.

Die Suche nach neuen Weiterbildungsmöglichkeiten bot sich mir erfolgreicherweise durch meine Teilnahme an dem ASA SüdNord-Programm, für das ich als Teilnehmerin im Jahr 2015 teilnehmen werde.

Ich freue mich sehr ein Teil dieses Projektes sein zu dürfen und mein Hauptfokus wird sich überwiegend darauf beziehen, deutliche Veränderungen durch Bildungsförderung und kulturellen Austausch zu erreichen. Aufgrund dessen möchte ich mich Welwitschias Vision, das Bildungssystem zu stärken und die nationale, sowie auch internationale Zusammenarbeit auszuweiten, anschließen.

Ebenfalls ist ein weiteres meiner Ziele, meine aktive Mitarbeit als Vorsitzende von Welwitschia in Namibia in verschiedenen Welwitschia-Projekten zu erweitern und mehr junge Leute für diese Arbeit zu gewinnen.

Anschließend würde ich gerne jemand werden, die fortlaufende Veränderungen in unser Bildungssystem erbringt und eine treibende Kraft bei Welwitschia/NamCareerService sein und es im ganzen Land bekannt machen.

Deshalb sehe ich es mit freudigen Erwartungen entgegen eine Betreiberin des Wandels für dieses Projekt in beiden Ländern zu werden um positive Auswirkungen zu erbringen.

Eva