Bio zum Frühstück

Der Geruch von Rührei, Kaffee und Brötchen kommt einem schon von weitem entgegen, vor dem Eingang sind Parkplätze gefüllt, welche die ganze Woche über verwaist sind und ein Mix aus Englisch, Deutsch und Afrikaans vermischt sich zu einem Stimmenwirrwarr. Samstag morgens ist Biomarkt an der Kirche im Stadtteil Klein Windhoek. Ich habe mich mit Freunden dort verabredet um frühstücken und einkaufen zu gehen, zur Eröffnung um 8 Uhr haben wir es aber noch nicht geschafft. Ein Biomarkt in Windhoek? Es gibt viele Dinge, die man in Windhoek erwartet, ein Biomarkt ist da jedoch nicht an erster Stelle. Jedoch werde ich schnell eines besseren belehrt. Am Eingang wird der Besucher gleich vom Frühstückscafé begrüßt. Das muss aber erst einmal verschoben werden da alle Tische schon belegt sind weshalb wir uns entscheiden die gewohnte Reihenfolge einzuhalten: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Doch das Einkaufen kann hier nicht als Arbeit bezeichnet werden da es viele interessante Dinge zu entdecken gibt.

BäuerInnen und FarmerInnen aus der Umgebung bieten viele verschiedene Produkte feil. Da ist zum Beispiel Krumhuk, einige Kilometer außerhalb von Windhoek, und laut eigener Aussage „die einzige Farm Namibias die biologisch-dynamisch wirtschaftet.“ Direkt am Eingang stoße ich auf ihren Stand, der auch gleichzeitig der größte des Marktes ist. Auf Krumhuk wird Brot selbst gebacken, Gewürze hergestellt, Milch und Quark produziert und Gemüse angebaut. Zwar nicht mit dem Bio-Siegel zertifiziert aber doch biologisch. Direkt gegenüber verkauft ein Mann an einem kleinen Stand selbstgemachte Marmelade. Über die Treppe an der Außenwand der Kirche werden biologisch hergestellte Kosmetikprodukte verkauft. Auf der oberen Ebene bieten FarmerInnen von Karotten, über Salat bis zu Pastinaken so gut wie alles an. Wer abends keine Lust hat zu kochen, kann sich etwas von dem selbstgemachten Pesto mitnehmen. Selbstverständlich darf auf solch einem Markt auch das Biltong, das bekannte Trockenfleisch, nicht fehlen. Damit sich auch die Kleinsten schon an den Geschmack gewöhnen können, gibt es auch Baby-Biltong. Das Trockenfleisch ohne Gewürze. Nachdem die Einkaufstaschen (natürlich nur Jutebeutel oder Papiertüten) voll sind, gehen wir wieder die Treppe runter um einen Tisch für das Frühstück zu ergattern.

Nach dem ausgiebigen Einkauf kann nun das wahre Vergnügen folgen: Das Frühstück. Jeden Samstag bereitet eine andere Organisation oder Institution das Frühstück zu. Dieses Mal: Die Walddorfschule Windhoek. Neben selbst geschmierten Brötchen mit Käse, Salami, Rührei oder Rohhack gibt es die verschiedensten Kuchen und auch Quiche. Und das ganze zu sehr freundlichen Preisen. Die Tasse Kaffee gibt es für N$6,00, umgerechnet etwa 0,40€. Bei insgesamt hohen Lebensmittelpreisen in Namibia ist das dann überraschend günstig. Der Gewinn aus dem Verkauf geht dann an die Walddorfschule, die sich damit neue Projekte finanzieren kann. Gefühlt kennt hier jeder jeden was dem ganzen eine sehr familiäre Atmosphäre gibt.

Ein Besuch auf dem Biomarkt ist sehr zu empfehlen, da er aufgrund der wachsendenden Windhoeker Mittelschicht sich zunehmender Beliebtheit erfreut trotz der Preise, die auf deutschem Bio-Niveau liegen. Menschen, die nur das Durchschnittseinkommen Namibias, etwa N$6,600, verdienen können sich einen Besuch dort jedoch kaum leisten. Zumal aufgrund großen Einkommensungleichheit nur wenige tatsächlich so viel verdienen.

Green Market Windhoek

© Tracey Pictor

 

Neuer Vorstand 2016

Für das laufende Jahr wurde von unseren Mitgliedern wieder ein neuer Vorstand gewählt. Dabei gab es zwei Änderungen: Johannes Vogelsang, Schriftführer, und Philipp Walter, stellvertretender Vorsitzender, scheiden dieses Jahr aus dem Vorstand aus um Platz für neue Gesichter zu machen. Wir bedanken uns sehr für ihre tolle Arbeit und freuen uns darüber dass sie weiterhin als aktive Mitglieder Welwitschia treu bleiben! Lena Stöcker, von nun an neue Schriftführerin, und Moritz Wargalla, neuer stellvertretender Vorsitzender, sind von für 2016 die neu gewählten Vorstandsmitglieder. Die fünf Vorstandsmitglieder stellen sich hier nun vor.

Carsten Rietmann – Vorsitzender

CarstenIch bin 24 Jahre alt, habe meinen Freiwilligendienst in Windhoek absolviert und vor kurzem meine Promotion in Wirtschaftsgeographie in Los Angeles begonnen.

Sowohl die deutsche als auch die namibische Welwitschia-Organisation als auch die Kooperation durch den NamCareerService hat sich im vergangenen Jahr toll entwickelt. Auch wenn wir immer wieder auf Herausforderungen stoßen, zeigt sich gerade auch darin, wie sinnvoll das Konzept von Welwitschia ist. Als Vorsitzender konnte ich die Gründung miterleben, an der Entwicklung teilnehmen und gemeinsam mit den anderen deutschen und namibischen Mitgliedern als auch vielen Freiwilligen viele Projekte anstoßen. Da wir noch viele weitere Ideen sowohl in Namibia als auch in Deutschland haben und ich bei meinem Besuch im Sommer vor Ort die Notwendigkeit unser Initiative gesehen habe, freue ich mich auf ein weiteres Jahr als Vorsitzender.

Moritz Wargalla – Stellvertretender Vorsitzender

MoritzMein Name ist Moritz Wargalla und ich bin 25 Jahre alt. Derzeit befind ich mich in der Endphase meines Jurastudiums in Berlin, das ich im April abgeschlossen haben werde. 2010/2011 war ich als weltwärts-Freiwilliger in Windhoek, Namibia.

Schon zu meiner Zeit in Namibia war ich aktiv an den Planungen zur Gründung des Vereins beteiligt. Während der letzten Jahre habe ich mich bei der Stipendienauswahl und bei der Anerkennung des Vereins als gemeinnützig engagiert. Gerne möchte ich mich jetzt aktiver in die Vereinsarbeit einbringen und mich im Vorstand schwerpunktmäßig darum kümmern, dass unser Verein als gemeinnützig anerkannt wird.

Julia Legge – Zweite Stellvertretende Vorsitzende

JuliaIch bin 24 Jahre alt und arbeite als Referentin für Bildungs- und Inlandsarbeit bei Ingenieure ohne Grenzen in Berlin.

Ich konnte die Entwicklung von Welwitschia von Anfang an, seit meinem weltwärts-Jahr 2010/11 begleiten. Wir haben als Verein in den letzten Jahren viel erreicht. Als ehrenamtliche Organisation gibt es dennoch immer wieder Hürden, die wir aus dem Weg räumen müssen. Welwitschia als junger, idealistischer Verein hat großes Potential weiter zu wachsen und eine professionell arbeitende Organisation in der internationalen Zusammenarbeit zu werden. Hierzu möchte ich auch im kommenden Jahr meinen Beitrag als Teil des Vorstands leisten.

Kolja Lichtenthäler – Finanzvorstand

KoljaIch bin 24 Jahre alt und studiere in Aachen Maschinenbau im zweiten Mastersemester.

Im vergangenen Jahr habe ich mich als Finanzvorstand um die monetären Belange von Welwitschia gekümmert. Da mir diese Aufgabe gut gefällt und ein ich sehr spannendes Jahr im Welwitschia-Vorstand hinter mir habe, freue ich mich darauf 2016 ein weiteres Mal als Finanzvorstand zu fungieren.

Lena Stöcker – Schriftführerin

LenaIch bin 22 Jahre alt, studiere Soziologie und Politik an der Universität Tübingen und bin neue Schriftführerin im Vorstand.

Mit Welwitschia bin ich seit einem Seminar an der Uni Tübingen im Wintersemester 14/15 verbunden und konnte mich gleich mit der Idee von Welwitschia identifizieren. Seit April 2015 bin ich zudem in der Regionalgruppe aktiv und übernehme hierbei eine tragende Rolle. Ich habe für ein Vorstandsamt kandidiert, da ich noch neu im Team bin und dadurch neue Impulse einbringen kann. Zudem ist meine Mitarbeit im Vorstand eine gute Möglichkeit eine aktive Verbindung zwischen der Regionalgruppe Tübingen und Vorstand zu schaffen.

Gewinner unseres Essay-Wettbewerbs

Ende letzten Jahres fand wieder unser beliebter Essay-Wettbewerb statt. Wir haben NamibierInnen dazu aufgerufen in einer Erörterung ihre Gedanken zu kostenloser Bildung in Namibia aufzuschreiben. Als Thema wurde vorgegeben ob es sinnvoll ist, Bildung in Namibia kostenlos anzubieten und, falls ja, wie dies schließlich finanziert werden soll. Inzwischen hat die Regierung Namibias auch die Sekundarstufe (7.-12.Klasse) von den Schulgebühren befreit.

Eine Jury aus jeweils zwei Mitgliedern von Welwitschia Namibia und Welwitschia Deutschland haben dann schließlich den Gewinner unter den Einsendungen gekürt. Der Preis sind N$750 und ging an Sem Uutoni der zur Zeit in Ungarn studiert. Herzlichen Glückwunsch! Und hier könnt ihr das Essay nachlesen.

Access to education is credibly a prominent pillar of sustainable development and economic prosperity of any country. The introduction of free primary education in Namibia is a substantial step in improving access to education nationwide; however this could also result into a blockage if the citizens cannot access the other levels of education that is why it is essential to expand free education to secondary and tertiary level. The importance of education cannot be overemphasized, an educated nation forms basis for social and economic development. Without an education nation the human pursuits of economy, society and culture cannot be sustained. By placing a prerequisite importance and accessibility to all levels of education in Namibia, the country will create an enabling environment for its citizens to thrive and continue to make significant contributions to the development and advancement of the country.

Expansion of free education to secondary and tertiary levels is a good move in Namibia. Having one level of education free, and the other paid for will create a shortage of educated citizens and it will create blockage whereas a large number of pupils will drop out of school after primary school, this two issues are ultimately what free education wants to tackle. Namibia has attained great strides in achieving national and global education goals. With the establishment of free primary education, Namibia has just achieved the Millennium Development Goal 2, which aims to achieve universal primary education. Considering the recent adoption of the Sustainable Development Goals, this is the best time for Namibia to expand free education to secondary and tertiary levels as well.   The new goals embody quality education at all levels a priority and there is also access to different funding mechanisms available.

While free education is good initiative, it is essential that the quality of education is maintained. It is imperative that the government establishes and implements regulations and standards that will ensure the quality of the education system doesn’t deteriorate should free education be adopted. Furthermore, the establishment of free education at secondary and tertiary levels will not entail that every student will get admission, however it entails that all the students that meet the requirements of the specific course or institution will gain admission and access to free education. This highlights the fact that students still need to work hard to attain the best grades they can and to gain admission and benefit from free education.

Free education not only benefits the students however it can significantly impact the economy and economic development of the country in the long run. Education improves the skills, knowledge and the abilities of the citizens; this will lead these individuals into to being agents of positive change in their communities. Education further increases the productivity, improves efficiency and helps the citizens optimally use the available resources to increase and improve productivity. Education further fuels innovation and entrepreneurship and this has enormous benefits to a country’s development. All these factors help the country achieve social and economic development, and this helps the overall prosperity of and country, and it improves the wellbeing and standard of living of the inhabitants.

Funding free education at all levels in Namibia is attainable and will not big a major challenge. Namibia’s small population will make it easier for the government to plan and allocate resources to the education sector without many barriers. In the past years, much of the National Budget was allocated to education sector; doubling or tripling that amount would make it sufficient to cover for free education. Namibia as a country can set up a quota that every industry has to contribute towards the education fund per month. Industries like mining, fishing, agriculture and tourism contribute greatly to the GDP of the country, if a mechanisms can be establish that would allow this industries to pay a certain percentage to education fund per month this will provide money that can be used to fund free education at all levels. The country can further explore funding opportunities from organizations such as the United Nations and the Official Development Assistance through the Organization for Economic Co-operation and Development.

Finally, the author concludes that the role of state in a country in any country is to invest in the future and welfare of its citizens. Education is a great tool that can be used to lift people out of poverty in an irreversible manner. Quality education is a catalyst towards achieving and accessing factors that contribute to human wellbeing such as employment; health; access to housing and access to water and food ultimately this leads to social development and improvement in human wellbeing. The success of these free education aspirations lies not only in the hands of government but substantially in the hands of its citizens, it is therefore essential for the government to create platforms that empower citizens and gives them an opportunity to partake actively and contribute to this aspiration. The Namibian government has done a phenomenal job so far in availing student loans, bursaries, grants and scholarships, however there a huge potential that exists in improving and increases access to education in Namibia for all.

Sem Uutoni

_MG_0244

Namibia lesen

„Read more books!“ ist ein Ratschlag, über den wir oft stolpern. Und gerade, wenn es auf der Nordhalbkugel wieder kalt und dunkel wird, kann man sich mit guter Literatur in andere Länder lesen. Reiseführer und -berichte über das Land des Kameldorns gibt es wie Sand in der Namib. Aber auch spannende Biografien, Krimis und Romane aus und über Namibia haben ihren Wert. Welche lohnen sich wirklich? Welche gehören zum Kulturgut? Und welche sind verborgene Schätze, die bisher noch keine Aufmerksamkeit erfahren haben? Wir haben eine kleine Auswahl für euch zusammengestellt.*

Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste – Henno Martin

Der Namibia-Klassiker – und unter Deutschsprachigen die Pflichtlektüre schlechthin. Und das zu recht: Henno Martin und Hermann Korn, zwei deutsche Geologen, haben gerade ihren Doktortitel in der Tasche und reisen ins damalige Südwestafrika, um Wasservorkommen zu erforschen. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges machen sie ihrer Ansage ernst und leben zweieinhalb Jahre lang abgeschieden in der Wüste.

Das Ergebnis – dieses Buch – ist ein faszinierender Überlebensbericht und zugleich die philosophische Erklärung zweier Männer, die viel Zeit in der Wildnis verbracht haben. Und viel Zeit mit Nachdenken. „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ ist eine fesselnde Geschichte, die Lust auf Natur macht. Sie bringt uns nicht nur viel über Flora und Fauna Namibias bei, sondern lehrt noch etwas viel wichtigeres: die Ehrfurcht vor dem Leben.

Der lange Schatten – Bernhard Jaumann

Das dritte Buch aus Bernhard Jaumanns Namibia-Reihe ist erst im letzten März erschienen. Schon zwei Monate später flog der 58-jährige Autor nach Windhoek, um dort im Goethe-Zentrum aus seinem neuesten Krimi vorzulesen: In Freiburg wird das Grab eines bekannten „Rassenforschers“ geschändet, in Windhoek wird die Frau des deutschen Botschafters entführt – gemeinsam mit dem Kind, das sie adoptieren will.

Während die Protagonistin Clemencia Garises nach den Entführten sucht, ist der Journalist Claus Tiedtke in Berlin möglichen Attentätern auf der Spur. „Der lange Schatten“ ist das spannende Buch eines Namibia-Kenners, der nicht bloß gute Unterhaltung bietet. Er liefert auch viele Hintergrundinformationen: von deutschen Kolonialverbrechen bis hin zur Diskussion um das Adoptieren afrikanischer Waisenkinder.

Kind Nr. 95 – Lucia Engombe

Wenige der so genannten DDR-Kinder reden gerne über die Vergangenheit. Verständlich, denn schließlich wurden sie in den vergangenen Jahrzehnten immer und immer wieder darauf angesprochen. Ihre Geschichte ist einfach zu spannend, als dass Menschen, die zum ersten Mal davon hören, sich das Fragen verkneifen. Gut, dass Lucia Engombe ihre Erlebnisse in einem Buch festgehalten hat.

1979, während des Befreiungskampfes, wird die 7-jährige Lucia überraschend aus dem sambischen Flüchtlingslager in die DDR gebracht. Gemeinsam mit insgesamt 430 anderen namibischen Kindern soll sie im sozialistischen Staat zur neuen Elite ihres Landes herangezogen werden. Doch dann kommt 1990: Die Deutsche Wiedervereinigung und die Namibische Unabhängigkeit. Die Kinder werden über Nacht in eine Heimat zurückgeflogen, die ihnen mittlerweile vollkommen fremd ist. In klarer, authentischer Sprache beschreibt Lucia ihr Leben zwischen Namibia und Deutschland – und gewährt dem Leser damit einen Einblick in ihre außergewöhnliche Biographie.

Der weiße Ovambo – Nils Ole Oermann

Ein ganz anderes, aber nicht weniger spannendes Leben führte hat der evangelische Theologe Peter Pauly: 1917 in Breslau, im heutigen Polen, geboren, verlässt er 20 Jahre später Deutschland – ohne Abitur, das ihm als „Halbjuden“ verweigert wurde. Er wandert aus und arbeitet auf einer Kaffeeplantage in Britisch-Ostafrika. Dann bricht der Krieg aus und Pauly wird interniert.

1947 kehrt er nach Deutschland zurück und arbeitete unter anderem als Dolmetscher beim Verfassungskonvent. 1950 zieht es Pauly aber wieder nach Afrika. Im heutigen Namibia und leitet er eine Farm. Er ist kein junger Mann mehr, als sein Leben dann noch einmal einen ganz anderen Weg einschlägt:
Zum einen studierte er evangelische Theologie und wird Pfarrer. Zum anderen heiratet er nach seiner ersten Ehe eine Ovambofrau und beginnt, für die Abschaffung der Apartheid in Namibia zu kämpfen.

Namibia – Carmen Rohrbach

Abenteuerliche Begegnungen mit Menschen, Landschaften und Tieren“ heißt der Untertitel des Buches. Und wirklich: Der Bericht der deutschen Biologin Carmen Rohrbach ist ein Abenteuer. Allein und ganz unbefangen fährt sie durch die Landschaften, beobachtet und lässt das Land auf sich einwirken. Neben den spannenden Geschichten, die sie auf ihren Reisen erlebt flechtet sie auch ihre sensiblen und unvoreingenommenen Gedanken zu Tier- und Menschenwelt ein.

Zusätzlich gibt sie Einblicke in die Historie des Landes und teilt als Biologin auch ihre Kenntnisse über Tier- und Pflanzenwelt mit dem Leser. Beim Lesen von Rohrbachs „Namibia“ hat man das Gefühl, selbst mit ihr auf Achse zu sein. Deshalb ist Vorsicht geboten: Wen das Fernweh ohnehin schon sehr quält, sollte sich das Buch vielleicht lieber noch aufheben. Denn spätestens nach Kapitel 3 will er einfach nur noch hinaus in die Wildnis.

Richtungswechsel – Philipp Walter

Wiederum eine andere Perspektive bietet Philipp Walters „Richtungswechsel“. Ein junger Deutscher geht nach dem Abitur nach Namibia, um sich sozial zu engagieren. Aus Okakarara, einem kleinen Ort im Norden des Landes, schreibt er einen Blog. Aus diesen Berichten ist ein Buch entstanden, das ein Namibia abseits von Wüste und Armut, aber auch abseits der typischen Touristenrouten beschreibt: Die Alltagsrealität in einem besonderen Land, wertvolle Erfahrungen und unvergessliche Begegnungen. Wir entdecken eine andere Seite Namibias und bekommen zugleich einen Einblick in das Leben eines weltwärts-Freiwilligen.
Egal, ob man noch von einer Reise träumt oder das Land schon erlebt hat – dieses Buch schenkt einen Perspektivenwechsel. Wer das Buch nicht bei Amazon bestellen möchte, kann dies auch direkt beim Autor machen.

Hummeldumm – Tommy Jaud

Eines der bekanntesten Bücher die in Namibia handeln ist Hummeldumm. Der Autor Tommy Jaud reist mit seiner Freundin ohne Hintergedanken nach Namibia. Die dort auf sie wartende Reisegruppe wird dafür sorgen dass die kommenden zwei Wochen nicht langweilig werden. Sehr unterhaltsam beschreibt er die Aktivitäten der Reise und die Eigenheiten seiner Mitreisenden um schließlich am Ende seiner Freundin die Schuld am ganzen Schlamassel zu geben.

*Diese Auswahl ist – wie das meiste im Leben – eine sehr subjektive Sache. Sie erhebt nicht den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Euch noch Bücher aus und über Namibia einfallen, die inspirieren, bilden oder Lust aufs Reisen machen, schreibt uns!
books-985939_1920

Namibia bei Twitter

Twitter ist auch in Namibia eine wachsende Plattform auf der sich junge Menschen, Geschäftsleute, Organisationen oder Firmen austauschen, Informationen veröffentlichen oder auch nur Gedanken posten. Was dort geschrieben wird gibt einen Einblick darin, was in Namibia zur Zeit aktuell ist. Wir möchten euch von nun an regelmäßig darüber auf dem Laufenden halten was bei Twitter in Namibia Trend ist.

Ganz aktuell ist die Solidaritätssteuer die Finanzminister Calle Schlettwein ins Spiel gebracht hat um die Armut in Namibia zu bekämpfen. Der Vorschlag ist dass alle Bürger die mehr als N$79.000 (ca. 5200€) pro Jahr verdienen, diese Sonderabgabe leisten sollen. Die Reaktionen folgten prompt.

Es gibt jedoch auch Stimmen die diese Steuer positiv sehen, jedoch die Verwendung der Gelder anprangern.

Andere wieder finden sich schon damit ab und nehmen die Sache mit Humor.

Ein anderes wichtiges Thema ist #FeesMustFall-Bewegung in Südafrika in der StudentInnen die Regierung dazu auffordern die Studiengebühren in abzuschaffen. Diese Bewegung schwappt langsam auch nach Namibia. Die Primary School ist inzwischen kostenlos, die namibische Regierung hat zu dem versprochen, die Sekundärbildung ebenfalls bald ohne Gebühren anbieten zu wollen.

Einige Studenten sind sich jedoch nichts sicher wie sie sich dafür einsetzen können, damit auch die tertiäre Bildung in Namibia kostenlos wird.

So viel zu den Neuigkeiten aus der Twittersphäre in Namibia. Die Idee der Regierung einer Solidaritätssteuer sorgt für viel Zündstoff in den sozialen Medien und man kann gespannt sein in welche Richtung sie sich entwickelt. Interessant wird auch sein ob die #FeesMustFall-Bewegung auf ebenso viele aktive Mitstreiter in Namibia stoßen oder ob sich diese Forderung auf die sozialen Medien beschränken wird.

Namibisches in Deutschland

Ob als Auswanderer oder zurückgekehrter Tourist: Jeden, der schon einmal in Namibia war, überkommt von Zeit zu Zeit die Sehnsucht. Das Heimweh nach faszinierenden Landschaften, wilden Tieren und freundlichen Begegnungen. Da kann es manchmal schon helfen, in ein Stück Biltong zu beißen oder ein kühles Windhoek Lager zu öffnen. Aber wo gibt es in Deutschland eigentlich namibische Produkte zu kaufen? Wir haben eine kleine Auswahl an Ideen zusammen gestellt.

Biltong-Shop

An welches Essen denkt man zuerst, wenn man an Namibia denkt? Biltong, natürlich. Unweit des Allgäus gibt es noch einen weiteren Laden, der sich auf Delikatessen aus dem südlichen Afrika spezialisiert hat. Hier gibt es neben Biltong, Chutney und südafrikanischen Weinen auch Windhoek Lager zu bestellen. Das Geschäft hat Dienstag  und Donnerstag von 14 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet, freitags von 10 Uhr bis 19 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 13 Uhr. Nach Vereinbarung kann man aber auch außerhalb dieser Zeiten vorbeischauen. Oder eben online bestellen.

Savanna Zeller

Wer kein großer Freund von Bier ist, hat in warmen namibischen Nächten sicher auf Cider zurückgegriffen. Savanna Dry erinnert an durchtanzte Konzerte in der Stadt, freundliche Gespräche und gemütliche Braai-Abende. Der Cider aus dem südlichen Afrika ist dank Savanna Zeller mittlerweile sogar in Deutschland zu bekommen. Peter Zeller hat es sich eben zur Aufgabe gemacht, Weltenbummlern auch zu Hause eine südafrikanische Erfrischung anzubieten.

Biershop Hamburg

In Deutschland muss nicht nur auf Savanna nicht verzichtet werden. Auch die Windhoek Lager Fans kommen hier auf ihre Kosten. Im Biershop Hamburg gibt es Biere aus (fast) allen Ländern der Welt – so auch Namibia. Christl Stark sorgt mit ihrem Shop dafür dass Namibia-Fans in Deutschland zwar auf den namibischen Sundowner verzichten möchten, mit einem Windhoek Lager können sich deutsche Sonnenuntergänge aber mindestens genauso gut genießen lassen.

African Heart

Im Münchener Westen betreibt Georg Meyer ein Geschäft aus Leidenschaft. Um die Sehnsucht nach Afrika ein bisschen zu stillen, bieten er und seine Frau allerhand an: Über Lebensmittel, Kaffee und Spirituosen bis hin zu selbstgemachtem Schmuck und Kunsthandwerk. Auf der Internetseite gibt es auch Einblicke in den Laden, der Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet hat, samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr. Aber, wie es hier heißt: Wenn die Flagge oben ist, dürfen Sie auch außerhalb der Öffnungszeiten hereinspazieren.

Namibia-Shop

Der gebürtige Namibier Bernd Rust wohnt mittlerweile in Süddeutschland und hat sich darauf spezialisiert, Biltong aus Allgäuer Rindfleisch herzustellen. Seine deutschen Großhändler importieren aber auch Antilopen- und Straußenfleisch aus Namibia und Südafrika. Gewürze, Chutney und andere Delikatessen gibt es in seinem Onlineshop auch zu erstehen. Und mehr noch: Von Zam-Buk über Kudulederschuhen und Emailletassen bis hin zu Flaggen – wer Namibia-Produkte sucht, wird hier fündig.

Potjierie

Back to the roots: Wer es in Namibia geliebt hat, seine Mahlzeit im gusseisernen Topf direkt über dem Feuer zuzubereiten, kann das authentische Buschgefühl auch in Deutschland wieder aufleben lassen. Die Töpfe aus massivem Gusseisen sind nicht nur extrem robust, sie verteilen die Hitze auch gleichmäßig und sorgen so für  effizientes Kochens. Auf der Internetseite findet man verschiedenste Arten der Potjes, außerdem Zubehör und leckere Rezepte.

Namibiana Buchdepot

Wer auf seiner Suche nach Literatur nicht unbedingt auf den bekannten, großen Onlinehändler zurückgreifen will, ist im Namibiana Buchdepot an der richtigen Adresse. Im Buchdepot lässt es sich gut nach Reiseführern, Reiserouten, Berichten und Belletristik stöbern. Für historisch Interessierte ist neben Büchern zur Kolonial- und Missionsgeschichte vor allem das Archiv interessant. Hier werden unter anderem die Veröffentlichungen der ehemaligen SWA Wissenschaftlichen Gesellschaft, der heutigen Namibia Wissenschaftlichen Gesellschaft (NWG), angeboten.

Freundeskreis Gesundheit für Ombili

Der Freundeskreis Gesundheit für Ombili Berlin-Brandenburg e.V. unterstützt die Ombili-Stiftung in Tsumeb. Diese Stiftung setzt sich für die San ein. Sie kämpft für den Erhalt und die Gleichberechtigung der Bevölkerungsgruppe in Namibia. Die schönen Handarbeiten der San, von Körben über Schnitzereien bis Schmuck, kann man beim Freundeskreis erwerben.

Der EES-Shop

Einer, der sich für die Bekanntmachung Namibias in Deutschland engagiert, ist Rapper EES. Der Musiker, der schon seit über zehn Jahren in der Bundesrepublik lebt, verkauft Kleidung aller Art mit seinem Markenzeichen. Im Shop gibt es neben CDs, DVDs und Merchandising auch Schuhe, Mützen und Accessoires in Namibia-Farben. Wer zum Beispiel Namibia-Schuhe ersteht, ist damit in guter Gesellschaft: Rocksängerin Lize Ehlers trug ihre bei den Namibia Annual Music Awards sogar zum Abendkleid!

Der AfricAvenir-Shop

Der gemeinnützige Verein AfricAvenir setzt sich für interkulturellen Dialog und Zusammenarbeit zwischen Afrika und Europa ein. Politische Bildung und Wissensverbreitung – aus afrikanischer Perspektive – sind seine Ziele. Die Hauptgeschäftsstelle in Douala, Kamerun wurde 1985 von Prinz Kum’a Ndumbe III. gegründet. 2000 folgte die deutsche, 2007 die namibische und 2012 die beninische Sektion. AfricAvenir bietet regelmäßig Veranstaltungen in Deutschland und Namibia an. Im Shop gibt es neben Musik und Filmen auch Literatur zu Namibia und ganz Afrika.

Uli Aschenborn

Wer schon einmal in der National Art Galerie oder im Museum von Swakopmund war, dem sind sicher die dynamischen Tierbilder von Uli Aschenborn aufgefallen. Der geborene Südafrikaner, dessen Vater und Großvater schon Tiere gemalt haben, lebt und wirkt in Aachen. Er malt wilde Tiere in seiner eigenen Chamäleon-Technik, die von namibischen Medien „Amazing Changing Art“ genannt wird – weil seine Kunstwerke sich andern, indem der Betrachter an ihnen vorbeigeht. Bilder von ihm sind in Ausstellungen in Deutschland und Frankreich zu sehen.

Imke Rust

Imke Rust ist ein künstlerisches Multitalent. Sie malt, fotografiert, filmt und gestaltet. Dabei drückt sie ihr Inneres aus, verarbeitet Eindrücke von außen und stellt sowohl persönliche als auch soziale und politische Wirklichkeiten dar. Die geborene Windhoekerin hat ihren Bachelor in Bildender Kunst an der Universität von Südafrika gemacht. 2001 und 2005 gewann sie die Standard Bank Namibia Biennale und hat seither viele nationale und internationale Projekte realisiert. Mittlerweile teilt sie ihr Leben zwischen Windhoek und Berlin auf, wo sie nicht müde wird, sich für die Bekanntheit namibischer Künstler einzusetzen.

Habt ihr auch Ideen und Geheimtipps, wo man Namibisches in Deutschland kaufen oder erleben kann? Schreibt uns. Wir freuen uns auf Eure Inspiration!