Das Jahr 2014 – Ein Rückblick

Im Jahr 2014 ist in Namibia viel passiert. Es wurden nicht nur ein neuer Präsident und ein neues Parlament gewählt, auch wurde das deutsch-namibische Unabhängigkeitsmuseum in Windhoek am 21. März offiziell eröffnet. Zur selben Zeit gingen Menschen auf die Straße, um gegen die Pläne zu protestieren, ein neues Parlament für N$700 Millionen zu errichten. In der Medienbranche hat die Gründung einer neuen Zeitung, des Windhoek Express, für Aufsehen gesorgt. Das unterstreicht die Spitzenposition, die Namibia bei Reporter ohne Grenzen in der Rangliste der Pressefreiheit inne hat. Mit Platz 22 (im Jahr 2013 Platz 19) ist Namibia führendes Land in Afrika.

Auch für Welwitschia war es ein sehr erfolgreiches Jahr. Insgesamt haben in diesem Jahr zwölf Vorstandssitzungen online stattgefunden. Zudem trafen wir uns im Juni persönlich in Bonn zu unserem Mitgliederwochenende. Hinzu kommen nicht gezählte Treffen und Skypekonferenzen der einzelnen Vorstandsmitglieder.

Begonnen hat das Jahr im Januar mit einer Premiere: Das Geld für unser erstes Stipendium an Johanna wurde überwiesen. Mit diesem Betrag konnte sie ihre Studiengebühren für ihr Studium der Geologie teilweise finanzieren. Über das ganze Jahr hinweg schrieb sie Berichte über ihre Aktivitäten an der Universität und schloss ihr Studium in diesem Jahr erfolgreich ab. Wir waren sehr zufrieden über die Zusammenarbeit mit ihr und freuen uns, sie bei ihrem Studium unterstützen zu können.

Im Februar konnten wir ebenfalls eine Premiere feiern: Unser Vorstandsmitglied Philipp hat das erste Bewerbungstraining vor Ort in Windhoek durchgeführt. Dabei wurde den TeilnehmerInnen gezeigt, wie ein guter Lebenslauf gegliedert ist, wie ein überzeugendes Anschreiben verfasst wird und wie die Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch aussieht. Im Anschluss des Workshops haben fünf Teilnehmerinnen signalisiert, dass sie sich gerne für Welwitschia engagieren möchten, was schließlich in der Gründung und Etablierung von Welwitschia in Namibia im März mündete. Es wurde eine Satzung verfasst und ein eigener Vorstand gewählt. Zudem wurden weitere Bewerbungstrainings in Okakarara und Kuisebmund gehalten.

Im April war dann schließlich die Gründung von Welwitschia Namibia auch rechtlich abgeschlossen und erste eigene Aktivitäten konnten durchgeführt werden, wozu ein weiteres Bewerbungstraining in Windhoek gehörte. Des Weiteren wurde ein Essay-Wettbewerb in Namibia organisiert. Die TeilnehmerInnen sollten eine Erörterung darüber schreiben, ob und wie sie das namibische Bildungssystem verändern würden.

Um die Aktivitäten in Namibia auch finanzieren zu können, wurde im Mai in Namibia ein Bankkonto eröffnet, auf das in Deutschland gesammelte Spenden und Mitgliedsbeträge überwiesen werden können. In Deutschland ging zudem die Vorbereitung unseres jährlichen Mitgliedertreffens in die heiße Phase.

Die Mitglieder unserer Organisation sind über ganz Deutschland verteilt, umso mehr freut es uns, dass wir es einmal im Jahr schaffen unsere Mitglieder für ein Treffen zu mobilisieren. Im Juni trafen sich mehrere Mitglieder in Bonn, um über die Zukunft Welwitschias zu sprechen. Neben den deutschen Mitgliedern konnten wir auch vier in Deutschland lebende NamibierInnen für unser Treffen gewinnen. Sie brachten hierbei ihre persönlichen Erfahrungen ein und halfen uns sehr unsere Aktivitäten effektiv zu gestalten. Abgerundet wurde das Treffen mit einem Abend an dem die NamibierInnen Vorträge über Bildung in Namibia hielten. Im selben Monat ist Welwitschia auch auf Twitter online gegangen. Der online-Nachrichtendienst wächst in Namibia rasant. Dieses Potential möchten wir nutzen, um noch mehr Menschen zu erreichen.

Im Juli bereiteten sich die Vorstandsmitglieder auf die Uniprüfungen vor. Nichtsdestotrotz gingen die Welwitschia-Aktivitäten voran. Der NamCareerService entwickelt sich prächtig und es kommen jeden Tag neue Nutzer hinzu, die von diesem Angebot profitieren möchten. Hierfür sind alle aktiven Mitglieder stets auf der Suche nach neuen Angeboten und Möglichkeiten für namibische Schüler und Studenten. Außerdem war Welwitschia auf dem Afrika-Festival in Stuttgart mit einem Stand vertreten.

Im August waren viele im Urlaub; Philipp nutzte seine Radtour über die Alpen für eine Fundraising-Kampagne und sammelte hierbei immerhin über 200€, um unser Büro in Windhoek zu finanzieren, das im September eröffnet wurde. Nach langer Suche nach einem Spender erklärte sich eine Dame aus Hamburg dazu bereit, die Kosten von etwa 240€ pro Monat zu tragen. Hiermit konnten wir ein Büro im Stadtzentrum eröffnen, in dem unsere NutzerInnen auch offline Beratung über Stipendien oder Rat für ihre Bewerbungsunterlagen bekommen. Hierfür stellte Welwitschia zudem einen Bildungsberater ein, der das Büro während der Öffnungszeiten besetzt und Anfragen betreut.

Der Oktober war der Monat zweier weiterer Meilensteine. Mit der Deutsch-Namibischen Gesellschaft (DNG) und TUCSIN konnten wir Kooperationsvereinbarungen abschließen. Julia und Philipp nahmen an der Mitgliederversammlung der DNG teil, an der der Kooperation einstimmig zugestimmt wurde. Von nun hat Welwitschia ein Unterkonto bei der DNG, was die Überweisungen nach Namibia günstiger macht sowie uns die Möglichkeit gibt, Spendenbescheinigungen auszustellen. Zudem profitieren wir von ihren bisherigen Erfahrungen und Kontakten nach Namibia. Mit TUCSIN wurde die Vereinbarung geschlossen, gegenseitig Informationen auszutauschen. Außerdem wird Welwitschia Namibia Bewerbungstrainings in den TUCSIN-Zentren halten. Eine weitere Aktivität im Oktober war die Ausschreibung unseres zweiten Stipendiums. Während der Bewerbungsphase erreichten uns insgesamt 18 sehr gute und interessante Bewerbungen, von denen eine deutsch-namibische Jury einen Stipendiaten auswählte: Tikila Cameron Munashimwe. Er ist 23 Jahre alt und möchte am Institute of Banking ein Diplom in „Banking Finance and Credit“ machen. Nach seinem Schulabschluss war es im nicht möglich direkt mit dem Studium zu beginnen, da seine Familie ein weiteres Einkommen benötigte. Aus diesem Grund arbeitete er zunächst bei verschiedenen Firmen. Da er selbst jedoch davon überzeugt ist mehr aus sich machen zu können, entschloss er sich doch ein Studium zu beginnen.

Inzwischen ist Welwitschia auch an Universitäten aktiv. Seit Anfang November findet an der Universität Tübingen das Seminar „Alternative Wege zu Bildungs- und Berufschancen“ statt, in dem ein Projekt ausgearbeitet wird, das Chancen für junge NamibierInnen erhöhen soll, eine bessere Bildung zu genießen. Im selben Monat begann zudem die Bewerbungsphase des ASA SüdNord-Austauschs, an dem Welwitschia teilnimmt. Hier wird im nächsten Jahr über das ASA-Programm ein gleichberechtigter Austausch von eine(m/r) Namibier/in und eine(m/r) Deutschen organisiert.

Die jährliche Mitgliederversammlung fand dieses Jahr wieder im Dezember statt. In der Woche zuvor wurde bereits der neue Vorstand gewählt. Neben den Formalien wie der Entlastung des Vorstandes, wurde dann viel Zeit eingeräumt, um über die zukünftige Ausrichtung von Welwitschia zu diskutieren. Außerdem hatte Welwitschia das erste Mal einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Breitenstein bei Stuttgart. Im Dezember ging zudem unsere namibische Webseite online.

Zum Abschluss haben wir hier noch einige Zahlen aufbereitet:

http://www.welwitschia.org (Stand 28.12.2014)

Veröffentlichte Artikel: 74
Besucher: 8.873 (2013: 4,431)
Anzahl der Länder aus denen die Besucher kommen: 89

NamCareerService by welwitschia.org (Stand 28.12.2014)

Likes 1.1.2014: 1,167
Likes 28.12.2014: 7,104
Posts: Nicht zählbar, >1000

Das Jahr 2014 war ein sehr erfolgreiches für Welwitschia. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen die uns aktiv und passiv unterstützt haben. Wir können sehen, dass unsere Arbeit langsam Früchte trägt und freuen uns sehr auf das kommende Jahr und all seine Herausforderungen.

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